Schottlands öffentlicher Dienst steht wegen Finanzierungsengpässen vor einer Krise

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  • 25 November 2024
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Finanzierungsengpass beunruhigt schottischen Finanzminister

Die schottische Finanzministerin Shona Robison hat Bedenken geäußert, dass die erwartete Erhöhung der britischen Staatsfinanzierung um 300 Millionen Pfund nicht ausreichen wird, um die steigenden Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber zu decken. Das britische Finanzministerium hat Berichten zufolge schottischen Beamten mitgeteilt, dass sie mit zusätzlichen Mitteln zwischen 295 und 330 Millionen Pfund rechnen können, um die Personalkosten im öffentlichen Sektor zu decken.

Robison behauptete, dass über 500 Millionen Pfund notwendig seien, um die Personalkosten der Beschäftigten im öffentlichen Sektor angemessen zu decken. Unter Berücksichtigung der indirekt Beschäftigten in Bereichen wie Kinderbetreuung und Sozialfürsorge steige der Gesamtbetrag auf 750 Millionen Pfund.

Auswirkungen auf öffentliche Dienste

Robison betonte, dass das Defizit zu erheblichen operativen Herausforderungen für wichtige Dienste wie Hospize und Allgemeinarztpraxen führen könne. Sie kritisierte das Vorgehen der Labour-Regierung und bezeichnete es als ein Mittel, um Schottlands öffentliche Dienste indirekt mit Sparmaßnahmen zu belasten.

Sie forderte die britische Regierung auf, vor der Bekanntgabe des schottischen Haushalts am kommenden Mittwoch „dringend und formelle Klarheit“ hinsichtlich der Finanzierung zu schaffen. Finanzministerin Rachel Reeves hatte bereits bei der Haushaltspräsentation im letzten Monat Änderungen bei der Sozialversicherung angekündigt und erklärt, dass Schottland für 2025-26 zusätzliche Mittel in Höhe von 3,4 Milliarden Pfund erhalten werde. In dieser Zahl sind jedoch keine Entschädigungen für die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge enthalten. Der Standpunkt der britischen Regierung lässt darauf schließen, dass diese zusätzlichen Mittel es der Regierung unter der Scottish National Party (SNP) ermöglichen sollen, die Leistungen des britischen Gesundheitsdienstes NHS zu verbessern und die Bildungsergebnisse zu steigern, anstatt einfach nur Haushaltslücken zu stopfen, die durch früheres finanzielles Missmanagement entstanden sind.

Die breitere Finanzlandschaft

Die Beiträge zur Sozialversicherung sind die zweitgrößte Einnahmequelle des Vereinigten Königreichs und wirken sich sowohl auf Arbeitnehmer als auch auf Arbeitgeber in verschiedenen Sektoren aus, darunter auch auf die öffentliche Verwaltung in Schottland. Da im öffentlichen Sektor Schottlands etwa 600.000 Personen beschäftigt sind – das entspricht 22 % der gesamten Belegschaft –, gibt es Bedenken hinsichtlich der gerechten Entschädigung für die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge. Ein Sprecher der schottischen Regierung erklärte, dass aufgrund der erwarteten finanziellen Belastung durch diese Politikänderung eine Rückerstattung von über 500 Millionen Pfund gerechtfertigt sei. Das Fraser of Allander Institute warnte, dass Schottland durch diese Steueranpassungen ein Defizit von 500 Millionen Pfund drohen könnte. Direktorin Mairi Spowage wies auf die Herausforderungen hin, vor denen die SNP-Minister stehen, wenn sie diese Finanzlücke schließen und gleichzeitig die Grundversorgung aufrechterhalten wollen. Während die Gespräche zwischen Holyrood und London weitergehen, ist es für beide Regierungen weiterhin von entscheidender Bedeutung, ihre Positionen zu Finanzierungsvereinbarungen zu klären. Das Ergebnis wird Schottlands Fähigkeit, seine öffentlichen Dienste trotz des wachsenden Haushaltsdrucks aufrechtzuerhalten, erheblich beeinflussen.

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