Staatsanwälte fordern 20 Jahre Haft in schockierendem Vergewaltigungsfall

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  • 25 November 2024
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Staatsanwälte fordern Höchststrafe für Dominique Pelicot in bahnbrechendem Vergewaltigungsfall

Die französische Staatsanwaltschaft fordert eine 20-jährige Haftstrafe für Dominique Pelicot, der seiner Ex-Frau Gisèle Pelicot über ein Jahrzehnt lang Drogen verabreicht und die Vergewaltigung inszeniert haben soll, indem er 50 online angeworbene Männer einlud. Dieser Fall hat erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit erregt und kritische Diskussionen über Vergewaltigungskultur und Einwilligung ausgelöst.

Einzelheiten der Vorwürfe

Dominique Pelicot, der die Vorwürfe gestanden hat, muss sich außerdem einer 10-jährigen ärztlichen Behandlung unterziehen. Staatsanwältin Laure Chabaud betonte, dass eine 20-jährige Haftstrafe zwar beträchtlich sei, aber möglicherweise nicht die Schwere der begangenen Straftaten widerspiegele. Sie erklärte, dass Pelicot „mehrere sexuelle Abweichungen“ gezeigt habe, basierend auf einer psychiatrischen Beurteilung, die während des Prozesses erstellt wurde. Chabaud brachte ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass Pelicot durch die Demütigung seiner Frau Befriedigung suchte und damit ihre Beziehung untergrub. Sie plädierte für eine gründliche Neubewertung vor seiner möglichen Freilassung nach Verbüßung seiner Strafe.

Ein anderer Staatsanwalt, Jean-François Mayet, wies darauf hin, dass es bei diesem Prozess nicht um individuelle Schuld oder Unschuld gehe; sein Ziel sei es, grundlegende Veränderungen in der gesellschaftlichen Geschlechterdynamik herbeizuführen. Gisèle Pelicot hat seit Beginn der Gerichtsverhandlungen im September regelmäßig an ihnen teilgenommen und auf ihre Anonymität verzichtet. Diese Entscheidung hat das Interesse an dem Fall verstärkt und Probleme im Zusammenhang mit der „chemischen Unterwerfung“ in den Vordergrund gerückt, bei der Drogen eingesetzt werden, um Personen zur Unterwerfung zu zwingen.

Gesellschaftliche Auswirkungen und Reaktion der Regierung

Die Zuschauer reagierten eifrig; rund um das Gerichtsgebäude in Avignon, wo der Prozess stattfindet, erschienen Plakate mit der Forderung „20 Jahre für jeden“. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass alle 50 Angeklagten annähernd so lange Haftstrafen erhalten werden. Die Staatsanwaltschaft forderte 17 Jahre für Jean-Pierre Marechal, einen Mitangeklagten, der seine Ex-Frau unter Pelicots Anleitung unter Drogen gesetzt und angegriffen haben soll. Die meisten der übrigen Angeklagten bestreiten die Vorwürfe und behaupten, sie hätten nichts von Gisèles geschäftsunfähigem Zustand gewusst. Chabaud behauptete, dass es in der modernen Gesellschaft nicht akzeptabel sei, zu behaupten, Schweigen sei gleichbedeutend mit Zustimmung. Angesichts dieses Verfahrens bezeichnete Premierminister Michel Barnier den Fall als Wendepunkt im Kampf Frankreichs gegen Gewalt gegen Frauen. Er kündigte neue Regierungsinitiativen zur Bekämpfung dieser Gewalt an, darunter die Bereitstellung von Finanzmitteln für Apotheken, die im Rahmen eines Pilotprogramms zur Abgabe von Drogentests für zu Hause Drogentests anbieten. Der laufende Prozess nähert sich seinem Abschluss, die Schlussplädoyers werden in den nächsten drei Wochen erwartet. Ein Urteil wird bis zum 20. Dezember erwartet, was einen wichtigen Wendepunkt sowohl im rechtlichen als auch im gesellschaftlichen Kontext geschlechtsspezifischer Gewalt in Frankreich darstellt.

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