Untersuchung deckt Versehen im Fall Lucy Letby auf
Die öffentliche Untersuchung der tragischen Ereignisse um Lucy Letby, eine Krankenschwester, die wegen Mordes an sieben Säuglingen und versuchter Tötung von sieben weiteren verurteilt wurde, hat erhebliche Versäumnisse bei den Sicherheitsvorkehrungen im Countess of Chester Hospital ans Licht gebracht. Diese Untersuchung, die nun in der elften Woche läuft, ist von entscheidender Bedeutung, um zu verstehen, wie Letby während ihrer Verbrechen unentdeckt blieb.
Bedenken ignoriert
Alison Kelly, die als Pflegedienstleiterin und Leiterin für Kindersicherheit im Krankenhaus tätig war, sagte aus, sie habe es versäumt, ernsthafte Bedenken über Letbys Beteiligung an ungeklärten Säuglingstodesfällen weiterzuleiten. Im Mai 2016 schlug der leitende Arzt Dr. Stephen Brearey Alarm wegen Letbys Verbindung zu diesen tragischen Vorfällen.
Kelly behauptete, dass sie diese Bedenken damals nicht als Sicherheitsprobleme wahrgenommen habe. Sie erklärte, dass es an konkreten Beweisen für eine Überweisung mangele.
Die Untersuchung ergab, dass Kelly erst im März 2018, also fast zwei Jahre, nachdem erste Bedenken geäußert worden waren, einen Antrag auf Schutzmaßnahmen an den örtlichen Ausschuss stellte. Während ihrer Aussage im Liverpool Town Hall stellte sie fest, dass Begriffe wie „Bauchgefühl“ und „Untergangsprophet“ nicht genügend Klarheit oder Beweise in Bezug auf Letbys Handlungen lieferten.
Eingeständnis von Fehlern
Auf die Frage des Anwalts Nicholas de la Poer KC, warum sie die Bedenken der Ärzte im Juli 2016 nicht dem britischen Gesundheitsdienst NHS England gemeldet habe, beschrieb Kelly ihre Entscheidung als „feinen Balanceakt“ und bezeichnete die Vorwürfe als Hörensagen. Dennoch räumte sie später ein, dass man im Nachhinein gesehen habe, dass diese Angelegenheiten mit größerer Dringlichkeit hätten behandelt werden müssen.
Kelly bedauerte ihre Entscheidungen, betonte aber, dass sie in guter Absicht getroffen worden seien. Sie betonte, dass sie sich darauf verlasse, dass ihr Team etwaige Sicherheitsbedenken mitteilt.
Die Untersuchung ergab auch eine beunruhigende Verzögerung, bevor formelle Maßnahmen ergriffen wurden. Kellys letztendliche Überweisung wurde wegen fehlender notwendiger Details kritisiert und erfolgte fast ein Jahr, nachdem die Polizei von Cheshire mit der Untersuchung ungeklärter Todesfälle auf der Station begonnen hatte.
Ich freue mich auf
Während diese Untersuchung ihrem voraussichtlichen Abschluss Anfang 2025 entgegengeht, soll sie den betroffenen Familien Klarheit und einen Abschluss verschaffen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres veröffentlicht und stellen einen wichtigen Schritt bei der Behebung systemischer Fehler in der Gesundheitsfürsorge dar.
Angesichts der anhaltenden Diskussionen über Verantwortlichkeit und Transparenz im Gesundheitswesen ist dieser Fall eine eindringliche Erinnerung daran, wie wichtig Wachsamkeit und Kommunikation sind, wenn es darum geht, gefährdete Patienten vor Schaden zu bewahren.