Gazas Hilfskrise verschärft sich angesichts zunehmender krimineller Gewalt

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  • 25 November 2024
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Eskalierende Gewalt in Gaza erschwert die Verteilung humanitärer Hilfe

Während sich die Nahrungsmittelknappheit in Gaza verschärft, hat sich die Situation durch gewalttätige Diebstähle krimineller Banden noch verschlechtert. Hilfskräfte und Anwohner berichten, dass diese kriminellen Aktivitäten die Verteilung lebenswichtiger Güter in den südlichen Regionen erheblich behindern, obwohl die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in der Nähe präsent sind.

Bewaffnete Gruppen operieren offen entlang der Grenze und schaffen ein chaotisches Umfeld, das die humanitären Bemühungen stark beeinträchtigt.

Kriminelle Aktivitäten stören Hilfsbemühungen

Am 16. November kam es zu einem schwerwiegenden Zwischenfall, bei dem fast 100 UN-Lastwagen ausgeraubt wurden, wobei einige palästinensische Fahrer verletzt wurden. Dieser Diebstahl stellt einen der verheerendsten Verluste an Hilfsgütern während des anhaltenden Konflikts dar. Als Reaktion auf diesen Anstieg der Kriminalität hat die Hamas eine spezielle Sicherheitstruppe reaktiviert, deren Aufgabe darin besteht, Diebstähle zu bekämpfen und die Ordnung wiederherzustellen. Sam Rose, stellvertretender Direktor des Hilfswerks UNRWA, wies auf den Zusammenbruch von Recht und Ordnung rund um den Grenzübergang Kerem Shalom im Gazastreifen hin, dem wichtigsten Einfuhrpunkt für Güter. Er erklärte, dass kriminelle Banden das Machtvakuum ausgenutzt hätten, das der anhaltende Konflikt hinterlassen habe.

Laut Angaben humanitärer Helfer ist die sich verschlechternde Situation taktischer und systematischer Natur und führt zu einem Teufelskreis der Gewalt, in den alle Beteiligten verwickelt sind – von Plünderern bis zu den Ordnungskräften. Angesichts der zunehmenden Gesetzlosigkeit seit den ersten Militäraktionen gegen Polizisten ist die Kontrolle der Hamas über die Sicherheit Berichten zufolge auf unter 20 % gesunken. Ein ehemaliger Hamas-Polizist sagte, es gebe Bemühungen, die Kontrolle innerhalb eines Monats wieder auf 60 % zu bringen.

Die humanitäre Krise verschärft sich

Die humanitäre Krise hat mit dem nahenden Winter alarmierende Ausmaße angenommen. Die Bevölkerung des Gazastreifens – etwa 2,3 Millionen Menschen – leidet unter einem gravierenden Mangel an Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Gütern, da die Hilfeleistungen nur begrenzt verfügbar sind und die Preise exorbitant steigen. Grundnahrungsmittel sind inzwischen exorbitant teuer geworden; ein Sack Mehl kostet beispielsweise mittlerweile über 200 Dollar und ein einzelnes Ei nur 15 Dollar. Menschen wie Umm Ahmed schildern ihren täglichen Kampf: „Wir wollen nicht viel, wir wollen nur ein anständiges Leben führen“, erklärt sie, während sie in langen Schlangen für die Versorgung mit dem Nötigsten wartet. Trotz der Forderungen der USA nach mehr Hilfslieferungen nach Gaza führen israelische Beamte die Verzögerungen auf logistische Probleme zurück, mit denen internationale Organisationen konfrontiert sind, und nicht auf deren Einschränkungen. Hilfskräfte argumentieren, dass die von den israelischen Behörden verhängten Sicherheitsmaßnahmen neu bewertet werden müssten, um die notwendigen Hilfsmaßnahmen zu ermöglichen.

Die Besorgnis darüber, wie die Hilfe letztlich verteilt wird, wächst, da in diesem Chaos Schmugglerringe florieren. Während Israel neue Maßnahmen zur Verteilung der Hilfsgüter erwägt – darunter möglicherweise auch den Einsatz privater amerikanischer Sicherheitsfirmen – bleiben Fragen hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit bestehen. Hilfskräfte befürchten, dass derartige Strategien die Gewalt eher verschärfen als lindern könnten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Zusammentreffen von kriminellen Aktivitäten und steigenden humanitären Bedürfnissen eine dringende Herausforderung für Gazas Zukunft darstellt. Ohne wirksame Interventions- und Unterstützungssysteme könnten sowohl die lokale Bevölkerung als auch die Hilfsorganisationen in ihrem Streben nach Stabilität und Überleben einer immer gefährlicheren Situation gegenüberstehen.

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