Immer mehr Abschiebungen: Indische Staatsbürger stehen vor immer größeren Herausforderungen
In den letzten Monaten kam es zu einem deutlichen Anstieg der Abschiebungen indischer Staatsangehöriger aus den Vereinigten Staaten, was die veränderte Einwanderungsdynamik widerspiegelt. Ein von der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) organisierter Charterflug im Oktober markierte einen bedeutenden Moment in diesem Trend, bei dem über 100 indische Migranten in ihre Heimat zurückgeführt wurden. Dieser Flug ist Teil einer größeren Initiative, im Rahmen derer im Haushaltsjahr 2024 mehr als 1.000 indische Staatsangehörige repatriiert wurden.
US-Behörden haben darauf hingewiesen, dass diese Abschiebungen mit einer allgemeinen Zunahme von Begegnungen mit indischen Migranten an den Grenzen zusammenhängen, da viele von ihnen keine rechtliche Grundlage für den Verbleib im Land nachweisen können.
Faktoren, die Migration vorantreiben
Der Anstieg der Abschiebungen fällt mit der wachsenden Zahl indischer Staatsbürger zusammen, die versuchen, unerlaubt in die USA einzureisen. Seit Oktober 2020 wurden an der Nord- und Südgrenze fast 170.000 indische Migranten festgenommen. Diese Zahl ist zwar niedriger als die der Migranten aus Lateinamerika, macht die Inder aber zur größten Gruppe von Menschen außerhalb der westlichen Hemisphäre, die in den letzten vier Jahren vom US-Zoll- und Grenzschutz (CBP) festgenommen wurden.
Wichtige Erkenntnisse zu diesem Migrationsmuster zeigen, dass:
- Viele dieser Migranten kommen aus Familien mit mittlerem Einkommen, haben aber aufgrund von Bildungs- oder Sprachbarrieren Schwierigkeiten, ein Touristen- oder Studentenvisum zu erhalten.
- Sie entscheiden sich zunehmend für kompliziertere Routen über Kanada, was vor allem an der kürzeren Bearbeitungszeit für Visa im Vergleich zu den USA liegt, wo die Bearbeitung bis zu einem Jahr dauern kann.
Der Swanton-Sektor, der Teile von Vermont und New York umfasst, meldete eine Zunahme der Begegnungen mit indischen Staatsangehörigen, mit einem Höchststand von 2.715 im Juni.
Zukünftige Herausforderungen
Die Motive für diese Migration sind vielfältig. Wirtschaftliche Chancen sind nach wie vor ein Hauptantrieb, aber auch soziale Netzwerke und familiäre Bindungen spielen eine entscheidende Rolle. Insbesondere Regionen wie Punjab und Haryana, die mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten wie hoher Arbeitslosigkeit und Schwierigkeiten in der Landwirtschaft konfrontiert sind, sind zu wichtigen Einwanderungsquellen geworden.
Die anhaltende Khalistan-Bewegung hat die Situation für einige Sikhs in Indien weiter kompliziert und Ängste vor Verfolgung geweckt, die zu Asylanträgen führen könnten.
Angesichts der Veränderungen in der politischen Landschaft durch die erwartete Einwanderungspolitik des designierten Präsidenten Donald Trump – die möglicherweise zu Rekordabschiebungen führen könnte – wächst die Sorge um die Zukunft vieler indischer Staatsbürger, die in den USA Zuflucht oder eine Chance suchen.
Trotz zunehmender Hindernisse und Unsicherheiten hinsichtlich der Grenzpolitik zwischen den USA und Kanada werden die Hoffnungen unzähliger Inder auf ein besseres Leben wohl kaum nachlassen. Der Weg, der vor ihnen liegt, mag voller Herausforderungen sein, doch der Wunsch nach wirtschaftlicher Stabilität treibt weiterhin die Migrationsbemühungen über die Grenzen an.