Afghanische Stimmen verstärken: Nila Ibrahimis Mission
Nila Ibrahimi, eine 17-jährige afghanische Geflüchtete in Kanada, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichten afghanischer Mädchen zu beleuchten, kulturelle Gräben zu überbrücken und das Verständnis unter Gleichaltrigen zu fördern. Mit der Gründung einer Plattform namens HerStory möchte sie jungen Menschen in Kanada die Erfahrungen afghanischer Mädchen näherbringen, ihre gemeinsamen Interessen – wie die Liebe zu Taylor Swift – hervorheben und gleichzeitig die harte Realität beleuchten, mit der viele von ihnen in ihrer Heimat konfrontiert sind.
Nila betont, wie wichtig es ist, sich in sie hineinversetzen zu können: „Ich möchte sie so real wie möglich machen, damit sich andere in ihre Lage versetzen können.“
Nila ist vor drei Jahren aus Afghanistan geflohen, weil die Taliban wieder auferstanden sind. Sie weiß, wie weit weg der Kampf der afghanischen Frauen von kanadischem Boden aus erscheinen kann. Unter der Herrschaft der Taliban haben sich die Einschränkungen verschärft: Teenagern wird der Zugang zur Schule verwehrt, und Frauen ist es verboten, ohne männliche Begleitung zu reisen. Dieses Umfeld hat die Hälfte der Bevölkerung zum Schweigen gebracht.
Die Macht des Geschichtenerzählens
Nilas Initiative „HerStory“ dient als wichtige Plattform für den Austausch von Erfahrungsberichten afghanischer Frauen und Mädchen sowohl innerhalb des Landes als auch in der Diaspora. Durch diese Erzählungen hofft sie, Gemeinsamkeiten aufzudecken, die geografische Grenzen überschreiten.
Nila erkennt die Kluft zwischen den Kulturen an und bemerkt: „Die Unterschiede sind gewaltig, was es ihnen schwer macht, sich verbunden zu fühlen.“
HerStory wurde 2023 gegründet und zielt darauf ab, einen sicheren Raum für den Erfahrungsaustausch über das Leben unter der Herrschaft der Taliban zu schaffen. Diese Initiative baut auch Missverständnisse über gebildete afghanische Mädchen ab, indem sie ihre Widerstandsfähigkeit und Fähigkeiten zur Schau stellt.
Nilas Engagement begann im März 2021, als sie an einem Protest gegen die Zensur junger Sängerinnen teilnahm. Obwohl sie nach ihrer Flucht mit ihrer Familie – die Reise führte sie durch Pakistan, bevor sie sich in Kanada niederließ – vor großen Herausforderungen stand, hat sie ihre Erfahrungen in kraftvollen Aktivismus verwandelt.
Blick nach vorn: Ein Aufruf zum Handeln
Die Anerkennung, die Nila als 20. Gewinnerin des Internationalen Kinder-Friedenspreises erhielt, unterstreicht ihr Engagement für Frauenrechte und Bildung. Marc Dullaert, Gründer der KidsRights Foundation, hob ihre inspirierenden Bemühungen hervor, denen eine Stimme zu geben, die oft übersehen werden.
„Nilas Arbeit gibt ihnen eine Stimme, die auf der ganzen Welt gehört wird“, erklärte Dullaert.
Auf ihrem eigenen Weg ermutigt Nila ihre Generation, sich mit sozialen Themen auf eine Weise auseinanderzusetzen, die ihrer Identität entspricht. Mit HerStory möchte sie die Welt nicht nur an die Notlage der afghanischen Mädchen erinnern, sondern auch junge Menschen überall auf der Welt zum Handeln inspirieren.
In einer Zeit, in der Jugendaktivismus so wichtig ist, ist Nilas Arbeit ein Beweis dafür, dass selbst kleine Schritte zu bedeutenden Veränderungen führen können. Die Zukunft mag für viele junge Aktivisten entmutigend sein, aber Nila glaubt, dass es möglich ist, sich wirksam einzusetzen und gleichzeitig den Werten der eigenen Generation treu zu bleiben.