Mias Reise: Ein Kampf mit psychischer Gesundheit und Zugänglichkeit
Mit gerade einmal 14 Jahren hat Mias Leben eine grausame Wendung genommen. Von ihrer Wohnung im zweiten Stock aus kann sie einen nahegelegenen Wohnblock sehen und ist aufgrund ihrer kürzlich erlittenen Querschnittslähmung oft an ihr Schlafzimmer gefesselt, was sie auf einen Rollstuhl angewiesen macht. Ein Selbstmordversuch vor Monaten hinterließ bei ihr schwere Rückenverletzungen und seitdem kämpft sie mit einem Gefühl der Isolation und Ungewissheit über ihre Zukunft.
„Ich kann die Vergangenheit jetzt nicht ändern“, sinniert Mia und drückt ihre Frustration über die Unvorhersehbarkeit aus, die vor ihr liegt.
Die Herausforderung der psychiatrischen Dienste
Mias Erfahrung ist kein Einzelfall; viele Familien haben im psychiatrischen Gesundheitssystem ähnliche Probleme gehabt. Eine Analyse der NHS-Daten ergab, dass über 54 % der jungen Menschen, die psychiatrische Hilfe erhalten, wenig bis keine Verbesserung ihres Zustands feststellen. Besorgniserregend ist, dass die Zahl der Jugendlichen, die über eine schlechte psychische Gesundheit berichten, zwischen 2017 und 2023 von einem von neun auf einen von fünf gestiegen ist, wie aus den jüngsten Erkenntnissen der Wohltätigkeitsorganisation Mind hervorgeht. Trotz dieser alarmierenden Statistiken gelang es nur einem Drittel der Betroffenen, die notwendige Behandlung zu erhalten.
Mias Mutter Christina suchte Hilfe für ihre Tochter, als sie gerade fünf Jahre alt war. Zu den ersten Anzeichen gehörten zwanghafte Rituale, die zur Diagnose einer Zwangsstörung führten. Christina hielt die Diagnose jedoch für unzureichend, da Mia weiterhin soziale und emotionale Probleme hatte.
Nach zahlreichen Versuchen, eine Diagnose auf Autismus zu bekommen – in der Annahme, Mia könnte in das Spektrum fallen –, stießen sie bei den ersten Untersuchungen auf Hürden, da sie die Diagnoseverfahren als voreingenommen ansahen. Aufgrund dieser mangelnden Unterstützung fühlten sich Mutter und Tochter nicht gehört und verzweifelten zunehmend nach angemessener Behandlung.
Ein Hoffnungsschimmer inmitten von Kämpfen
Gegen Ende ihres ersten Jahres auf der weiterführenden Schule erhielt Mia schließlich die Diagnose Autismus. Dies brachte ihr zwar etwas pädagogische Unterstützung, trug aber kaum zu ihrer psychiatrischen Betreuung bei. Christina bemerkte, dass die Therapie oft in sporadischen Schüben statt in einer kontinuierlichen Unterstützung erfolgte.
Im März 2023 unternahm Mia einen Selbstmordversuch, nachdem ein Termin abgesagt worden war und eine schwere Krise auslöste. Die Folgen zwangen sie zu einer intensiven Rehabilitation – sie musste grundlegende motorische Fähigkeiten neu erlernen und sich gleichzeitig an das Leben im Rollstuhl gewöhnen.
„Ich hatte das Gefühl, in der Welt zurückzufallen“, gibt sie offen zu.
Trotz dieser Herausforderungen hat Mia begonnen, täglich Übungen zur Stärkung ihres Körpers zu machen. Allerdings bestehen weiterhin Probleme mit der Zugänglichkeit, da es in ihrem Gebäude keinen Aufzug gibt. Sie muss mit Hilfe ihrer Mutter zwei Treppen hochsteigen.
Angesichts dieser anhaltenden Probleme mit der psychiatrischen Versorgung und den unzureichenden Lebensbedingungen hofft Christina weiterhin auf eine Veränderung. Der Islington Council arbeitet weiterhin an geeigneten Wohnlösungen für Mia und setzt sich gleichzeitig für eine landesweit bessere Versorgung mit psychiatrischen Leistungen ein.
Während Mia sich darauf freut, ihre Unabhängigkeit und ihr Selbstvertrauen wiederzuerlangen, betont sie, wie wichtig die Kommunikation ist:
„Egal, wie merkwürdig oder seltsam Sie sich fühlen … es ist entscheidend, darüber zu sprechen.“
Letztendlich möchte Mia einen Ort erreichen, an dem sie stolz darauf sein kann, Widrigkeiten überwunden zu haben – ein Beweis für ihre Widerstandskraft inmitten schwerer Zeiten.