Wasserkrise in Nordirland trifft den Immobilienmarkt hart

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  • 22 November 2024
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Nordirlands Wasserfinanzierungsmodell steht angesichts der Wohnungskrise auf dem Prüfstand

Das Finanzierungsmodell für Northern Ireland Water ist einer genauen Prüfung unterzogen worden, da die Region mit einer Wohnungskrise zu kämpfen hat. Der Wohnungsbau in Nordirland ist im vergangenen Jahr auf ein 60-Jahres-Tief gesunken, was maßgeblich auf Beschränkungen bei neuen Anschlüssen an ein unzureichend finanziertes Wassersystem zurückzuführen ist. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass rund 19.000 Wohnungen zum Stillstand gekommen sind, was die Bauarbeiten in 23 Städten beeinträchtigt.

Fordert eine umfassende Überprüfung

Im März veröffentlichte das Northern Ireland Audit Office (NIAO) einen Bericht, in dem es eine Expertenprüfung der Finanzierungs- und Verwaltungsstrukturen von NI Water forderte. Als Infrastrukturminister John O’Dowd kürzlich bei einem Auftritt in der BBC-Sendung The View zur Angemessenheit des aktuellen Modells befragt wurde, äußerte er sein Vertrauen in dessen Wirksamkeit und erklärte, dass die Prüfung es nicht als ungeeignet eingestuft, sondern die Prüfung alternativer Modelle vorgeschlagen habe.

O’Dowd betonte, dass die meisten der diskutierten Alternativmodelle die Einführung von Wassergebühren für Privathaushalte beinhalteten, ein Weg, den er nicht weiterverfolgen möchte. Trotz O’Dowds Zusicherungen haben Vertreter der Industrie Bedenken geäußert, dass es zu einem Rückstand kommen könnte, der zu einem “Fiasko” führen könnte. Die Construction Employers Federation wies darauf hin, dass 8.500 Haushalte noch immer nicht an die notwendigen Abwassersysteme angeschlossen sind, was potenzielle Investitionen von fast 1 Milliarde Pfund bedeuten würde. Darüber hinaus gab die Royal Society of Ulster Architects bekannt, dass sich Projekte eines Architekturbüros im Wert von 400 Millionen Pfund aufgrund dieser Infrastruktureinschränkungen verzögert haben.

Infrastrukturelle Herausforderungen und Finanzierungslücken

O’Dowd räumte ein, dass sein Ministerium unter erheblichem Haushaltsdruck stehe und wies darauf hin, dass allein in diesem Finanzzeitraum bis zu 4.500 Haushalte angeschlossen werden könnten. Er verwies auch auf das Potenzial für weitere 18.500 Haushalte, wenn die Beiträge der Bauträger berücksichtigt würden. NI Water hat jedoch darauf hingewiesen, dass seine Abwasserinfrastruktur voll ausgelastet ist, und warnte, dass sich die Situation ohne langfristige Finanzierungslösungen weiter verschlechtern werde. Die Organisation meldete eine Lücke von 23 Millionen Pfund bei der Betriebsfinanzierung und ein erschreckendes Defizit von 266 Millionen Pfund beim langfristigen Investitionsbedarf. Als Reaktion auf diese Herausforderungen kündigte O’Dowd zusätzliche Mittel in Höhe von 31 Millionen Pfund aus der jüngsten Stormont-Überwachungsrunde an, räumte jedoch ein, dass weiterhin eine geschätzte Haushaltslücke von rund 100 Millionen Pfund besteht, die weiterhin nicht behoben wird. Während Nordirland mit den kritischen Problemen seiner Wasserinfrastruktur und seines Wohnungsbaus zu kämpfen hat, fordern die Interessenvertreter dringende Maßnahmen, um die Finanzierungshürden zu überwinden und ein nachhaltiges Wachstum für künftige Generationen sicherzustellen.

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