Der stille Kampf gegen Stalking: Ein Aufruf zum Handeln
In einer Gesellschaft, die sich der Komplexität von Stalking zunehmend bewusst wird, zeigen die erschütternden Erfahrungen der Opfer weiterhin systemische Mängel auf. Rhianon Bragg, eine Frau aus Rhosgadfan, Gwynedd, ertrug 2019 mit ihrem Ex-Partner eine schreckliche achtstündige Geiselnahme. Trotz dieses Traumas behauptet sie, dass diese Erfahrung im Vergleich zur unerbittlichen Natur des Stalkings verblasst. Wenn sie über ihre Tortur nachdenkt, kritisiert Bragg die „erschreckend niedrige“ Zahl der von der walisischen Polizei erlassenen Stalking-Präventionsanordnungen (SPOs).
Alarmierende Statistiken zu Anordnungen zur Stalking-Prävention
Eine aktuelle Untersuchung von BBC Wales Live ergab einen erschreckenden Trend: Im Jahr 2023 wurden von der walisischen Polizei nur fünf SPOs ausgestellt. Diese Zahl steht in krassem Gegensatz zu über 8.000 Anzeigen über Stalking, die im gleichen Zeitraum eingingen. Während Polizeibeamte behaupten, dass die Bekämpfung von Stalking Priorität hat, gibt der Mangel an wirksamen Maßnahmen Anlass zu dringender Besorgnis.
Bragg erinnert sich an ihre eigene traumatische Erfahrung:
„Es war ein Schock, aber keine Überraschung, als mein Ex-Partner mich mit einer Schrotflinte konfrontierte.“
Sie glaubt, dass es trotz der Einführung von SPOs im Januar 2020 – kurz nach ihrem Vorfall – kaum Fortschritte bei deren Umsetzung und Wirksamkeit gegeben habe.
Notwendigkeit eines systemischen Wandels
Der begrenzte Einsatz von SPOs hat sowohl bei Opfern als auch bei Anwälten erhebliche Kritik hervorgerufen. Bragg argumentiert, dass diese Anordnungen wirkungslos sind, wenn sie nicht aktiv genutzt werden:
„Es ist kein nützliches Werkzeug, wenn Sie es nicht in die Hand nehmen und verwenden.“
Ihre Gefühle ähneln denen der Fernsehmoderatorin Ruth Dodsworth, die von ihrem Ex-Mann massiv verfolgt und missbraucht wurde. Dodsworth betont, dass die emotionale Belastung auch nach den rechtlichen Konsequenzen für ihren Peiniger noch immer groß ist.
Auch die Polizeiführung ist sich dieser Herausforderungen bewusst. Amanda Blakeman, Polizeichefin von Nordwales, erklärte, es sei unbedingt erforderlich, Stalking-Fälle ernst zu nehmen, und verwies auf laufende Bemühungen, die Ausbildung auf der Grundlage der Erfahrungen der Opfer zu verbessern.
Detective Sergeant Sally White, die zur Stalking-Koordinatorin ernannt wurde, betonte, wie wichtig es sei, die Komplexität von Stalking-Fällen zu verstehen und für eine angemessene Schulung aller Strafverfolgungsbehörden zu sorgen.
Blick nach vorn: Der Weg zu mehr Bewusstsein
Während Wales mit dem Problem des Stalkings zu kämpfen hat, besteht Hoffnung auf eine Veränderung durch erhöhtes Bewusstsein und gezielte Ressourcen. Die Einrichtung spezialisierter Stellen innerhalb der Polizei soll die Reaktion auf Stalking-Vorfälle verbessern und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behörden fördern.
Braggs Erfahrung ist sowohl eine Warnung als auch ein Aufruf zum Handeln. Solange die Gesellschaft Stalking nicht als weit verbreitetes Problem erkennt und es nicht wirksam bekämpft, werden viele Menschen weiterhin in Angst leben. Der Weg zu einem besseren Schutz der Opfer steht erst am Anfang, aber er muss unermüdlich weiterverfolgt werden.