Überleben unter der Erde: Die verborgene Welt der illegalen Bergleute Südafrikas

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  • 21 November 2024
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Leben im Schatten: Die Realität des illegalen Bergbaus in Südafrika

Tief unter der Oberfläche Südafrikas existiert eine verborgene Welt, in der das Überleben von der Unbeständigkeit des illegalen Bergbaus abhängt. In verlassenen Goldminen leben Ndumiso und etwa 600 andere Männer in einer provisorischen unterirdischen Gemeinschaft und müssen sich den Gefahren der Zama Zama stellen – derjenigen, die illegal schürfen. Nachdem Ndumiso seinen Job bei einem seriösen Bergbauunternehmen verloren hatte, wählte er diesen gefährlichen Weg, um für seine Familie zu sorgen. Auf dem Schwarzmarkt fand er eine Einkommensquelle, die sein bisheriges Einkommen bei weitem übersteigt.

Die Umgebung unter Tage ist unerbittlich; viele Bergleute kommen nicht lebend aus den Tiefen hervor. Ndumiso beschreibt eine düstere Gegend, die als „Zama-Zama-Friedhof“ bekannt ist, wo Überreste verlorener Leben ihn und andere an die Risiken erinnern, denen sie täglich ausgesetzt sind. Trotz dieser Gefahren ist es Ndumiso gelungen, seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Er hat ein Haus mit vier Schlafzimmern in einem Township in Johannesburg gekauft und seine Kinder auf Privatschulen geschickt. Eines von ihnen besucht inzwischen die Universität. Während er unermüdlich im Untergrund arbeitet, denkt er oft darüber nach, dass dieser Lebensstil zwar mit Risiken verbunden ist, aber besser ist als Straßenkriminalität.

Regierung geht gegen illegalen Bergbau vor

In jüngster Zeit haben die südafrikanischen Behörden ihre Bemühungen zur Bekämpfung illegaler Bergbauaktivitäten intensiviert. Die Regierung hat anerkannt, dass diese Aktivitäten erheblich zur Kriminalität und Instabilität in den Bergbaugemeinden beitragen. Minister Khumbudzo Ntshavheni bemerkte, dass Kriminelle verfolgt und nicht unterstützt werden sollten, und bekräftigte damit das Engagement der Regierung, dieses Problem anzugehen.

Mikateko Mahlaule, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Bodenschätze, betonte, dass das Land seit Jahren unter illegalem Bergbau leide und dass dies zu kriminellen Aktivitäten am Rande des Landes führe, die sich auf die örtlichen Gemeinden auswirkten. In einer Mine in Stilfontein versuchen die Behörden, mit den unter der Erde eingeschlossenen Bergleuten zu verhandeln und ihnen gleichzeitig die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern zu verweigern. Die Lage bleibt angespannt, da die Strafverfolgungsbehörden Sicherheitsbedenken mit der Notwendigkeit abwägen, diese illegalen Betriebe zu zerschlagen.

Die komplexe Dynamik des unterirdischen Lebens

In der Unterwelt geht es nicht nur ums Überleben; sie hat sich zu einer komplexen Gemeinschaft mit eigener Wirtschaft und Sozialstruktur entwickelt. Ndumiso berichtet, dass Bergleute bei der Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Notwendigkeiten auf externe Unterstützung angewiesen sind, während sie sich in ihrem gefährlichen Arbeitsumfeld zurechtfinden. Sie zahlen oft Schutzgelder an Banden, um sich vor rivalisierenden Gruppierungen zu schützen, und verwenden für ihre Bergbauarbeiten rudimentäre Werkzeuge.

Der Forscher David van Wyk weist darauf hin, dass verlassene Minen zwar für den Großbetrieb unrentabel sind, jedoch lukrative Möglichkeiten für den illegalen Bergbau im kleinen Maßstab bieten. Tausende Menschen in Südafrika sind dieser gefährlichen Arbeit nachgegangen – viele aus Verzweiflung angesichts der hohen Arbeitslosigkeit. Ndumisos Geschichte wirft ein Schlaglicht auf ein größeres Problem, mit dem das Land konfrontiert ist. Obwohl er die Gefahren des illegalen Bergbaus anerkennt, sieht er angesichts einer Wirtschaft, die unter schweren Einschränkungen leidet, keine praktikable Alternative. Mit Blick auf die Zukunft, während die Behörden sich damit auseinandersetzen, wie sie am besten mit dem illegalen Bergbau umgehen können, ohne die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu verschärfen, dient Ndumisos Schicksal als eindringliche Erinnerung an die komplexen Realitäten, mit denen Menschen am Rande der Gesellschaft konfrontiert sind. Während die Diskussionen über Regulierung versus Kriminalisierung weitergehen, wägen viele wie Ndumiso ihre Optionen zwischen Überleben und Legalität in einer unbarmherzigen Landschaft ab.

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