Britische Staatsverschuldung erreicht Rekordhöhe angesichts steigender Kosten

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  • 21 November 2024
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Kreditaufnahme im Oktober übertrifft angesichts steigender Kosten die Erwartungen

Im Oktober übertraf die Staatsverschuldung Großbritanniens die Prognosen aufgrund beispielloser Zinszahlungen und Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst. Dieser Trend weckt Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen, da Finanzministerin Rachel Reeves in ihrer neuen Funktion mit fiskalischen Herausforderungen zu kämpfen hat.

Rekord-Schuldenzinszahlungen und steigende Ausgaben

Die neuesten Zahlen zeigen, dass die Kreditaufnahme 17,4 Milliarden Pfund erreicht hat, was den zweithöchsten Oktoberwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1993 darstellt. Diese Daten sind die ersten Veröffentlichungen seit dem ersten Haushaltsentwurf des Finanzministers und unterstreichen den anhaltenden Haushaltsdruck. Finanzanalysten wie Alex Kerr von Capital Economics wiesen darauf hin, dass die enttäuschenden Zahlen die Hürden unterstreichen, vor denen der Finanzminister steht. Jessica Barnaby vom Office for National Statistics (ONS) wies unterdessen darauf hin, dass die Gesamteinnahmen zwar im Vergleich zum Vorjahr gestiegen seien, die Ausgaben für öffentliche Dienstleistungen, Sozialleistungen und Schuldzinsen jedoch stärker gestiegen seien als das Einnahmenwachstum. Wichtige Erkenntnisse aus den ONS-Daten zeigen:

  • Die Zinszahlungen für Staatsschulden stiegen auf 9,1 Milliarden Pfund, den höchsten Wert für einen Oktober seit 1997.
  • Die Gesamtkreditaufnahme im laufenden Geschäftsjahr hat nun 96,6 Milliarden Pfund erreicht und übersteigt die Zahlen des Vorjahres um 1,1 Milliarden Pfund. Der jüngste Haushaltsplan sieht eine jährliche Steigerung der Staatsausgaben um nahezu 70 Milliarden Pfund in den nächsten fünf Jahren vor. Die Hälfte dieses Anstiegs soll durch Steuererhöhungen und die andere Hälfte durch zusätzliche Kredite finanziert werden.

Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor treiben die Ausgaben in die Höhe

Die staatlichen Ausgaben für Löhne stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Milliarden Pfund, was auf die jüngsten Tarifabschlüsse für Beschäftigte im öffentlichen Sektor, darunter NHS-Mitarbeiter und Lehrer, zurückzuführen ist. Der Chefsekretär des Finanzministeriums, Darren Jones, bekräftigte, dass die Labour-Regierung nach der Wahl eine schwierige wirtschaftliche Lage geerbt habe. Jones betonte, dass die jüngsten Haushaltsbemühungen auf eine Stabilisierung der öffentlichen Finanzen durch die Einführung robuster Haushaltsregeln abzielen, die die Verschuldung reduzieren und gleichzeitig Investitionen für das Wirtschaftswachstum fördern sollen.

Analysten wie Kerr haben erklärt, dass die derzeitigen Schuldenstände die Flexibilität des Finanzministers hinsichtlich der Erhöhung der täglichen Ausgaben einschränken. Er warnte, dass ohne zusätzliche Steuereinnahmen künftige Ausgaben Steuererhöhungen erforderlich machen könnten. Derzeit beläuft sich die Staatsverschuldung auf 2,7 Billionen Pfund, was unglaublichen 97,5 Prozent des britischen BIP entspricht – ein Niveau, das seit Anfang der 1960er Jahre nicht mehr erreicht wurde.

Eine Zukunft voller fiskalischer Herausforderungen

Da die Inflation die Zielmarke der Bank of England übersteigt und die Staatsausgaben auf dem Prüfstand stehen, steht Finanzministerin Reeves vor einem harten Kampf, wenn es darum geht, ihre Haushaltsziele zu erreichen. Da neue globale Handelsdynamiken entstehen, wie etwa ein von China unterstützter Megahafen in Peru, der möglicherweise Handelsrouten neu gestaltet, werden diese Faktoren die Bemühungen um eine wirtschaftliche Erholung in Großbritannien weiter erschweren. Während sich die finanzpolitischen Realitäten weiter herauskristallisieren, werden die Beteiligten aufmerksam beobachten, wie die politischen Entscheidungsträger diese Herausforderungen meistern und gleichzeitig bei steigenden Kosten und einer steigenden öffentlichen Nachfrage nach Dienstleistungen nach Stabilität und Wachstum streben.

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