Steigende Ausschlussraten an Grundschulen: Eine wachsende Sorge
Der Trend zu Suspendierungen und dauerhaften Ausschlüssen unter Grundschülern in England hat im letzten Jahrzehnt dramatisch zugenommen. Eine aktuelle Analyse der BBC zeigt einen erschreckenden Anstieg: Die Suspendierungsraten haben sich mehr als verdoppelt und die dauerhaften Ausschlüsse sind um fast 70 % gestiegen. Diese alarmierende Entwicklung gibt Anlass zur Sorge über die langfristigen Auswirkungen auf junge Schüler, die frühzeitig mit Disziplinarmaßnahmen konfrontiert werden.
Die Auswirkungen von Ausschlüssen auf Kinder
Aktivisten argumentieren, dass ein früher Schulverweis zu erheblichen Problemen im späteren Leben führen kann. So berichtete beispielsweise Jo, eine Mutter, deren 10-jähriger Sohn Jacob mehrfach vom Unterricht ausgeschlossen wurde und schließlich wegen seines störenden Verhaltens dauerhaft ausgeschlossen wurde, von ihrer belastenden Erfahrung. Jacob, bei dem ADHS diagnostiziert wurde und der auf eine Autismus-Diagnose wartet, verfügt über einen Bildungs-, Gesundheits- und Pflegeplan (EHCP). Jo beschrieb Jacob als ein fürsorgliches Kind, das aufgrund seiner sensorischen Probleme mit großen Klassen zu kämpfen hatte.
Jo erklärte, der Tag von Jacobs endgültigem Schulverweis sei „der schrecklichste Tag“ ihres Lebens gewesen. Sie legt derzeit Berufung gegen die Entscheidung der Schule ein.
Trotz der Bemühungen der Schulen, Unterstützung zu bieten, wie etwa Einzelbetreuung und Zugang zu Therapeuten, erhalten viele Kinder wie Jacob keine angemessenen Ressourcen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Laut Statistik hatten fast 90 % der in den letzten Jahren dauerhaft ausgeschlossenen Schüler besondere pädagogische Bedürfnisse oder Behinderungen (SEND).
Ein Wandel hin zu inklusiver Bildung
Die steigenden Ausschlussraten beschränken sich nicht nur auf Grundschulen; etwa 90 % der Suspendierungen und Ausschlüsse entfallen auf weiterführende Bildungseinrichtungen. Der jüngste Anstieg bei jüngeren Kindern stellt Pädagogen und politische Entscheidungsträger jedoch vor neue Herausforderungen. Daten des Bildungsministeriums zeigen, dass es im Schuljahr 2022/23 84.300 Suspendierungen an Grundschulen gab – eine Rate von 180 pro 10.000 Schüler, was einen deutlichen Anstieg seit 2012/13 darstellt.
Als Reaktion auf diese besorgniserregenden Trends betonen Bildungsverantwortliche wie Pete Hines, Schulleiter der Schülerberatungsstelle Perryfields Primary in Worcester, die Bedeutung von Intervention statt Ausschluss. Hines hat im Laufe seiner zwanzigjährigen Berufserfahrung eine zunehmende Komplexität der Bedürfnisse der Kinder festgestellt.
Er erklärte, dass erfolgreiche Überweisungseinheiten als vorübergehende Interventionen dienen sollten, die auf die Wiedereingliederung der Kinder in das reguläre Schulsystem abzielen.
Während die Diskussionen über Bildungsreformen weitergehen, plädieren Experten für proaktivere Maßnahmen statt Strafmaßnahmen. Vanessa Longley von ChanceUK betonte, dass viele Kinder, die von der Schule ausgeschlossen werden, sich schulisch nicht erholen und forderte eine gezielte Finanzierung für frühzeitige Interventionen.
Der Bildungsminister hat diese Herausforderungen anerkannt und gleichzeitig Investitionen zur Unterstützung benachteiligter Schüler angekündigt. Laufende Beratungen werden sich darauf konzentrieren, wie Schulen allen Kindern durch die Förderung integrativer Umgebungen besser dienen können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass angesichts der steigenden Ausschlussraten an Grundschulen in ganz England das Verständnis der zugrunde liegenden Probleme und die Implementierung wirksamer Unterstützungssysteme für die Sicherung der Zukunft der Kinder von entscheidender Bedeutung ist.