Spannungen nehmen bei der COP29 wegen Verpflichtungen zu fossilen Brennstoffen zu
Während sich fast 200 Nationen in Baku, Aserbaidschan, zu den COP29-Klimagesprächen versammeln, ist unter den führenden Ländern eine hitzige Debatte über einen Vertragsentwurf entbrannt, von dem einige befürchten, er könnte frühere Zusagen zur Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe untergraben. Der britische Energieminister Ed Miliband betonte die Dringlichkeit der Situation und warnte, Untätigkeit würde zu harten Urteilen seitens der Weltgemeinschaft führen.
Großbritannien, die Europäische Union, Neuseeland und Irland halten das vorgeschlagene Abkommen für „inakzeptabel“ und äußern die Befürchtung, dass es von den Verpflichtungen abweicht, die während der letztjährigen COP28-Konferenz eingegangen wurden. Unterdessen äußern viele Entwicklungsländer ihre Frustration über den Mangel an finanzieller Unterstützung zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte, dass „Scheitern keine Option“ sei, und unterstrich damit die kritische Natur dieser Gespräche. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht ein empfindliches Gleichgewicht zwischen erhöhter finanzieller Hilfe durch reichere Länder und globalen Verpflichtungen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.
Unterschiedliche Perspektiven für das Wirtschaftswachstum
Einige Entwicklungsländer und ölabhängige Staaten zögern, strenge Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe zu unterstützen, da sie eine mögliche Beeinträchtigung ihres Wirtschaftswachstums befürchten. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra kritisierte den Abkommensentwurf als „unausgewogen und nicht umsetzbar“, während der US-Klimabeauftragte John Podesta seine Enttäuschung über die fehlende Kontinuität früherer Vereinbarungen aus Dubai zum Ausdruck brachte.
Der samoanische Minister Cedric Schuster, der die gefährdeten Inselstaaten vertrat, äußerte die Befürchtung, dass die im letzten Jahr erzielten Fortschritte untergraben werden könnten. Er brachte eine gemeinsame Meinung zum Ausdruck: Um die anhaltenden Klimaprobleme anzugehen, ist es entscheidend, die Dynamik aufrechtzuerhalten.
Der irische Umweltminister Eamon Ryan warnte, dass ohne ehrgeizige Minderungsbemühungen alle anderen Klimainitiativen scheitern könnten. Die laufenden Diskussionen haben auch Kritik an Aserbaidschans Rolle als Gastgeber hervorgerufen. Viele Diplomaten behaupten, der Entwurf spiegele eher die Interessen bestimmter regionaler Gruppen als eine ausgewogene internationale Perspektive wider.
Finanzielle Verpflichtungen auf dem Prüfstand
Entwicklungsländer äußern sich immer lauter zu dem Eindruck, dass die reicheren Länder ihre finanziellen Versprechen aus dem Pariser Abkommen von 2015 nicht einhalten. Sie argumentieren, dass die Industrieländer zwar Unterstützung für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zugesagt, aber noch keine konkreten finanziellen Verpflichtungen eingegangen seien.
Im jüngsten Entwurf fehlen konkrete Zahlen für die neue Klimafinanzierung, was Boliviens Chefunterhändler Diego Pacheco dazu veranlasste, ihn als „Verstoß“ gegen die Forderungen des globalen Südens zu bezeichnen. Die Koalition G77+China hat einen Bedarf von 1,3 Billionen Dollar aus dem öffentlichen und privaten Sektor bis 2030 dargelegt, weist aber darauf hin, dass keine offiziellen Beträge bestätigt wurden.
Während die Diskussionen weitergehen, ist Klarheit über die Finanzierungsquellen weiterhin von größter Bedeutung. Die Entwicklungsländer wollen Transparenz darüber, ob die finanzielle Unterstützung in Form von Zuschüssen oder Darlehen erfolgt – ein Anliegen angesichts der bestehenden Schuldenlast, die durch zusätzliche Darlehen noch verschärft wird.
Mit Blick auf die Zukunft werden die Ergebnisse der COP29 die internationale Klimapolitik und die Finanzierungsstrategien prägen, die für die Bewältigung aktueller Umweltkrisen und künftiger Nachhaltigkeitsziele von entscheidender Bedeutung sind. Es steht viel auf dem Spiel, da die Nationen sich in komplexen Wirtschaftslandschaften zurechtfinden und gleichzeitig nach sinnvollen Klimaschutzmaßnahmen streben.