Absage der WASD Expo stellt Herausforderungen für die britische Gaming-Industrie dar
Die kürzliche Absage der WASD-Expo hat in der britischen Gaming-Community Schockwellen ausgelöst und die anhaltenden Probleme der Branche ans Licht gebracht. Das Ende der WASD, einst ein lebendiges Schaufenster für britische Talente, insbesondere für unabhängige Entwickler, spiegelt allgemeinere Trends wider, die sich landesweit auf Gaming-Events auswirken.
Auswirkungen und Reaktionen der Branche
Die diesjährige WASD-Expo, die normalerweise jeden April in London stattfindet, wurde abgesagt, da der Veranstalter in Liquidation ging. Mitbegründer David Lilley nannte erhöhte Betriebskosten und sinkende Nachfrage nach Ausstellungsfläche als Hauptgründe für die Entscheidung.
Lilley drückte sein Bedauern über die Situation aus und räumte ein, dass die Veranstaltung eine bedeutende Rolle bei der Förderung der Indie- und Creator-Community gespielt habe.
Die Absage folgt auf Monate der Ungewissheit. Die Spekulationen über die Zukunft von WASD nahmen zu, nachdem die Website des Unternehmens kurz nach der Expo 2024 aus dem öffentlichen Blickfeld verschwunden war. Viele in der Branche haben ihre Enttäuschung zum Ausdruck gebracht. James Lightfoot von Lightfoot Bros Games, der sein Spiel Sleepytime Village präsentieren wollte, drückte seine Trauer über den Verlust einer so wichtigen Plattform aus. Auch Dave Gilbert, Gründer von Wadjet Eye Games, bezeichnete die Expo als „eine erstaunliche Präsentation von allem, was die britische Spieleszene zu bieten hat“.
WASD wurde 2021 als Reaktion auf die Schließung von EGX Rezzed ins Leben gerufen, einem weiteren Event, das sich auf kleinere Spiele und deren Entwickler konzentrierte. In seiner kurzen Geschichte bot WASD nicht nur eine Plattform für Indie-Spiele, sondern präsentierte auch große Titel wie Street Fighter 6 und Vampire Survivors sowie aufschlussreiche Vorträge von Branchenführern.
Größerer Kontext von Gaming-Events
Die Absage erfolgte vor dem Hintergrund einer schwierigen Situation für persönliche Gaming-Events in ganz Großbritannien. Das Insomnia Gaming Festival – das als größte Gaming-Expo des Landes gilt – wurde im September ebenfalls aufgrund von Entlassungen bei seinem Veranstalter Player1 Events auf Eis gelegt. Zwar fand das EGX im Oktober statt, allerdings in Verbindung mit der MCM Comic Con und nicht als eigenständiges Festival.
In den letzten zwei Jahren kam es bei großen Unternehmen wie Microsoft und Sony zu massiven Entlassungen, nachdem die COVID-19-Pandemie eine Phase beispiellosen Wachstums ausgelöst hatte. Laut Rachel Watts, Spielejournalistin und Co-Moderatorin des Indieventure Podcasts, deuten diese Entwicklungen auf eine Verlagerung hin zu digitalen Ankündigungen statt traditionellen Veranstaltungen hin.
Während die Gaming-Branche mit diesen Veränderungen zu kämpfen hat, müssen die Beteiligten neue Strategien entwickeln, um das Engagement der Community zu fördern und aufstrebende Talente in einer sich entwickelnden Landschaft zu unterstützen. Die Zukunft bleibt ungewiss; Anpassungsfähigkeit wird jedoch der Schlüssel sein, um diese turbulenten Zeiten zu meistern.