Aufruf zur Ruhe angesichts der Änderungen bei der Erbschaftssteuer in Wales
Die First Minister von Wales, Eluned Morgan, drängt auf eine maßvolle Reaktion auf die jüngsten Änderungen bei der Erbschaftssteuer, die sich auf landwirtschaftliche Betriebe auswirken könnten. Die Ankündigung von Finanzministerin Rachel Reeves, bestimmte Steuerbefreiungen für landwirtschaftliche Betriebe abzuschaffen, hat im Agrarsektor Kontroversen ausgelöst. Morgan, die während einer Telefonkonferenz von BBC Radio 5 Live auf ihre ersten 100 Tage im Amt zurückblickte, gab an, dass die Situation noch bewertet werde.
Morgan betonte, dass Geduld erforderlich sei, da derzeit Berechnungen durchgeführt werden, um die tatsächliche Zahl der betroffenen Betriebe zu ermitteln. Sie merkte an, dass erste Einschätzungen darauf schließen lassen, dass nur ein kleiner Teil der Betriebe von diesen Steuerreformen betroffen sein wird.
Details der Steueränderungen
Ab April 2026 wird für Bauernhöfe mit einem Wert von über 1 Million Pfund ein effektiver Erbschaftssteuersatz von 20 % erhoben, der deutlich unter dem Standardsatz von 40 % liegt. Diese Änderung hat bei den Landwirten Besorgnis ausgelöst, und die National Farmers Union bezeichnete sie als „katastrophal“ für Familienbetriebe. Sie warnen, dass viele Landwirte gezwungen sein könnten, Land zu verkaufen, um ihre Steuerpflicht zu erfüllen.
Morgan stellte klar, dass die britische Regierung für diese Änderungen verantwortlich sei. Sie erklärte, dass die Erleichterungen für die erste Million vollumfänglich gelten und sich auf eine weitere Million erstrecken, wenn Partner beteiligt sind.
„Die ersten Berechnungen zeigen, dass nur ein kleiner Teil der Landwirte in Wales davon betroffen sein wird“, erklärte Morgan und forderte alle auf, abzuwarten, bis genauere Daten verfügbar seien.
Laut BBC Verify könnten jährlich etwa 500 Bauernhöfe in ganz Großbritannien mit diesen Steuerfolgen konfrontiert werden. Schätzungen aus anderen Quellen variieren jedoch stark, wobei einige Prognosen darauf schließen lassen, dass im Laufe der Zeit bis zu 70.000 Bauernhöfe potenziell betroffen sein könnten.
Größerer Kontext und Herausforderungen
Eluned Morgan übernahm ihr Amt in einer turbulenten Zeit für die walisische Regierung und übernahm das Amt von Vaughan Gething inmitten einer instabilen Führung. Während ihrer jüngsten Telefonkonferenz sprach sie auch verschiedene dringende Themen an, darunter Verkehrssicherheit und Wartezeiten im NHS. Sie verteidigte das umstrittene Tempolimit von 20 Meilen pro Stunde und verwies darauf, dass es bei der Reduzierung von Unfällen wirksam sei.
Was die Gesundheitsversorgung angeht, räumte Morgan ein, dass noch erhebliche Herausforderungen bevorstehen, und kündigte die Bereitstellung von 28 Millionen Pfund an, um die langen Wartezeiten für Patienten zu verkürzen.
Während Wales diese Veränderungen und Herausforderungen bewältigt, bleibt die Zukunft ungewiss, aber für viele Sektoren, die von der Landwirtschaft und der Effizienz öffentlicher Dienste abhängig sind, von entscheidender Bedeutung. Die Appelle der Ersten Ministerin zur Ruhe spiegeln den Wunsch nach einem tiefgründigen Dialog wider, während die Beteiligten auf klarere Erkenntnisse warten, wie sich diese Politik entwickeln wird.