Tragischer Verlust löst Besorgnis über die psychische Gesundheit von Schülern aus
Der jüngste Selbstmord des 20-jährigen Alexander Rogers, eines Studenten im dritten Jahr am Corpus Christi College in Oxford, hat kritische Fragen über die weit verbreitete Kultur der sozialen Ächtung im Universitätsumfeld aufgeworfen. Der Tod von Herrn Rogers im Januar nach einer Zeit intensiver sozialer Isolation veranlasste einen Gerichtsmediziner, sich mit dem alarmierenden Trend der Selbstkontrolle unter Studenten und seinen möglichen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit zu befassen.
Die Auswirkungen sozialer Ächtung
In einem Bericht, der künftige Tragödien verhindern soll, hob der Gerichtsmediziner Nicholas Graham aus Oxfordshire hervor, dass Herr Rogers in den Tagen vor seinem Tod erheblicher sozialer Ausgrenzung ausgesetzt war. Diese Ausgrenzung folgte einem Vorfall, bei dem eine gleichaltrige Frau Unbehagen hinsichtlich ihres Umgangs mit ihm äußerte, was zu dem führte, was der Gerichtsmediziner als „Beschimpfungen, gezieltes Verhalten und Ablehnung“ beschrieb.
Der Gerichtsmediziner betonte, dass es unter Schülern häufig zu sozialer Ächtung käme, um das Verhalten ihrer Gemeinschaft zu regulieren, manchmal basierend auf unbestätigten Anschuldigungen.
Die vom Corpus Christi College in Auftrag gegebene unabhängige Untersuchung schwerwiegender Vorfälle stützt diese Feststellung und bringt beunruhigende Beweise für das zutage, was gemeinhin als „Cancel Culture“ bezeichnet wird. Dieses Phänomen isoliert nicht nur Einzelpersonen, sondern birgt auch ernsthafte Risiken für die psychische Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der Studierenden.
Aufruf zum Handeln für Bildungsbehörden
In seinem Bericht an das Bildungsministerium forderte Graham sofortige Maßnahmen, um diese schädlichen Praktiken zu bekämpfen. Er merkte an, dass er diese Kultur zwar nicht eindeutig mit der tragischen Entscheidung von Herrn Rogers in Verbindung bringen könne, sie aber erhebliche Bedenken hinsichtlich ähnlicher Vorfälle in der Zukunft aufwerfe.
Der Gerichtsmediziner wies darauf hin, dass eine solche Ächtung ohne formelle Verfahren oder angemessene Untersuchungen erfolgt, wodurch die betroffenen Studierenden schutzlos und ohne Unterstützung dastehen. Da die Universitäten mit diesen Problemen zu kämpfen haben, ist es für die Bildungsbehörden von entscheidender Bedeutung, Strategien umzusetzen, die ein integratives Umfeld fördern und das Wohlergehen der Studierenden schützen.
Die Familie von Herrn Rogers hat Schritte unternommen, um sein Andenken zu ehren, indem sie Spenden für PAPYRUS sammelte, eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich auf die Prävention von Selbstmord konzentriert. In ihrer Trauerrede beschrieben sie die tiefgreifende Wirkung ihres Verlustes: „Er war und ist der Inbegriff dessen, was in dieser Welt gut ist; freundlich, warmherzig, lustig und ein unglaublicher Freund für so viele.“
Da die Diskussionen rund um die psychische Gesundheit auch im akademischen Umfeld immer stärker werden, ist es zwingend erforderlich, dass die Institutionen dem Wohlergehen der Studierenden höchste Priorität einräumen und sich mit den gefährlichen Folgen gesellschaftlicher Ausgrenzung befassen.