Die wachsende Korruptionskrise in britischen Gefängnissen
Im Herzen von Surrey entfaltet sich eine beunruhigende Realität, als Beatrice Auty von ihren traumatischen Erlebnissen während ihrer Zeit im HMP Bronzefield, dem größten Frauengefängnis Europas, erzählt. Auty, die über ein Jahr wegen Geldwäsche einsaß, enthüllt alarmierende Anschuldigungen sexueller Belästigung durch einen männlichen Gefängniswärter. Ihre Geschichte wirft Licht auf ein größeres Problem, das das britische Gefängnissystem plagt – Korruption unter dem Personal.
Alarmierende Vorwürfe und systemische Probleme
Autys Tortur war kein Einzelfall. Sie berichtet, dass sie nicht die einzige ist, die von unangemessenem Verhalten desselben Beamten betroffen ist. Sie erwähnt, dass andere weibliche Insassen ähnliche Schikanen erlebt haben, und beschreibt anstößige Kommentare und unangenehme Angebote des Mitarbeiters.
Dieser Vorfall unterstreicht ein beunruhigendes Muster innerhalb des Gefängnissystems, wo die Meldungen über Fehlverhalten von Gefängniswärtern stark zunehmen. Tatsächlich wurden im Jahr bis Juni 2024 165 Mitarbeiter wegen Fehlverhaltens entlassen, was einen erschreckenden Anstieg von 34 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Die Zahlen zeichnen ein beunruhigendes Bild: 23.613 Gefängniswärter beaufsichtigen rund 85.867 Häftlinge. Die Ressourcen sind deutlich überbelastet. Da die Überbelegung anhält, hat die Regierung auf vorzeitige Entlassungen zurückgegriffen, um den Druck zu verringern. Dies weckt Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Aufsicht.
Eine Kultur der Korruption
Die Atmosphäre in den Gefängnissen ist zunehmend giftiger geworden. Auty deutet an, dass Drogenhandel unter dem Personal nicht nur weit verbreitet, sondern alltäglich ist. Sie beschreibt, wie Schmuggelware oft auf Essenswagen transportiert und in der gesamten Einrichtung verteilt wird.
Diese Meinung vertritt auch der ehemalige Polizist Lee Davis, der einst Drogen und Telefone in Gefängnisse schmuggelte und damit veranschaulichte, wie schnell Korruption außer Kontrolle geraten kann. Er betont, dass solche Aktivitäten ungehindert gedeihen können, weil sie unzureichend durchsucht werden.
Ein aktueller Beamter einer anderen Einrichtung bestätigt diese Behauptungen und weist darauf hin, dass viele innerhalb des Systems wissen, dass Beamte den Drogenhandel und andere illegale Aktivitäten begünstigen. Das Problem geht über bloße Fahrlässigkeit hinaus; es spiegelt eine beunruhigende Dynamik wider, bei der unerfahrene Beamte von organisierten Verbrecherbanden zur Komplizenschaft gezwungen werden.
Experten schlagen angesichts dieser eskalierenden Krise Alarm. John Podmore, ein ehemaliger Gouverneur mit umfassender Erfahrung in der Leitung von Gefängnissen, behauptet, dass der Wert der in Gefängnissen gehandelten Drogen jährlich eine Milliarde Pfund übersteigt. Er kritisiert die aktuellen Ausbildungsprotokolle für neue Rekruten, da sie diese nicht ausreichend auf die Herausforderungen vorbereiten, denen sie sich stellen müssen.
Das Justizministerium erkennt diese Probleme an, beharrt jedoch auf seiner Entschlossenheit, die Korruption durch verbesserte Überprüfungsverfahren und strengere Durchsetzungsmaßnahmen zu bekämpfen.
Während die Diskussionen um Gefängnisreformen immer intensiver werden, wird klar, dass die Bekämpfung von Korruption nicht nur systemische Veränderungen, sondern auch eine erneute Konzentration auf das Wohlergehen und die Ausbildung des Personals erfordert. Die Zukunft der Justiz hängt davon ab, ein Umfeld zu schaffen, in dem in unseren Justizvollzugsanstalten Integrität über Ausbeutung siegt.