Chaos am britischen Flughafen: Technische Störung behindert über 700.000 Passagiere

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  • 14 November 2024
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Flughafenchaos wegen technischer Panne

Im August 2023 kam es an britischen Flughäfen zu erheblichen Störungen, nachdem es bei NATS, der Flugsicherung des Landes, zu einem Flugdatenfehler kam. Mehr als 700.000 Passagiere mussten Verspätungen und Annullierungen hinnehmen, was die dringende Notwendigkeit einer verbesserten Belastbarkeit der Luftfahrtsysteme unterstreicht.

Ursache des Vorfalls

Das Chaos wurde auf einen einzigen Flug von Los Angeles nach Paris am 28. August zurückgeführt. Die Zivilluftfahrtbehörde (CAA) berichtete, dass die Verwirrung durch einen doppelten Code – DVL – entstanden sei, der sowohl für Deauville in Frankreich als auch für Devil’s Lake in North Dakota, USA, stand. Diese Störung wurde erstmals um 08:30 BST festgestellt, aber die Situation verschlimmerte sich, weil ein Techniker das System nicht schnell per Fernzugriff zurücksetzen konnte.

Der Techniker traf mehr als drei Stunden nach Beginn des Vorfalls in der NATS-Zentrale ein, was die Wiederherstellungsbemühungen erheblich verzögerte. Probleme bei der Überprüfung des Passworts des Technikers verschärften das Problem noch, sodass das System erst um 14:30 wiederhergestellt werden konnte. Infolgedessen wurden am 28. und 29. August über 2.000 Flüge abgesagt, was zu „chaotischen Zuständen“ auf Flughäfen in ganz Großbritannien führte. Die CAA schätzt, dass dieser Vorfall Passagieren und Fluggesellschaften zwischen 75 und 100 Millionen Pfund kostete.

Empfehlungen zur Verbesserung

Als Reaktion auf diese Störung kündigte NATS Pläne zur Überprüfung seiner Strategien zur operativen Belastbarkeit an. Der Bericht der CAA betonte die Notwendigkeit eines besseren Managements erheblicher Störungen, einer verbesserten Kommunikation mit Fluggesellschaften und aktualisierter Richtlinien für die Fernarbeit. Branchenführer äußerten ihre Besorgnis über den Vorfall. EasyJet-CEO Johan Lundgren kritisierte NATS für seine mangelnde Vorbereitung und Widerstandsfähigkeit während dieser Krise. Er erklärte, dass die Fluggesellschaften einen Großteil der finanziellen Belastung nach den Ausfällen der Flugsicherung zu tragen hätten. Der NATS-Sprecher bestätigte die entstandenen Unannehmlichkeiten und erläuterte die seit dem Vorfall ergriffenen Maßnahmen. Die Organisation setzte 48 Empfehlungen aus ihrer internen Untersuchung um, um die Zusammenarbeit mit den Fluggesellschaften zu stärken und die Krisenreaktionsprotokolle zu verbessern. Verkehrsministerin Louise Haigh wies darauf hin, dass derartige technische Ausfälle beispiellos seien, und betonte, dass man sich künftig für einen besseren Schutz von Flugreisenden einsetzen werde. Trotz früherer Pläne für stärkere Durchsetzungsbefugnisse des Verkehrsministeriums unter der konservativen Regierung wurde dem Parlament bisher kein Gesetzentwurf vorgelegt. Da sich der Flugverkehr nach der Pandemie weiter erholt, müssen die Beteiligten in der gesamten Luftfahrtbranche der Systemzuverlässigkeit Priorität einräumen, um künftige Störungen zu verhindern und die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten.

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