Apothekenbesitzer kürzen Dienstleistungen angesichts der Finanzierungskrise in Großbritannien

  • WorldScope
  • |
  • 14 November 2024
Post image

Apotheker protestieren mit Leistungseinschränkungen gegen Finanzierungskürzungen

In einem wichtigen Schritt, der weitverbreitete Unzufriedenheit widerspiegelt, haben Apothekenbesitzer in ganz England, Wales und Nordirland beschlossen, ihre Öffnungszeiten zu verkürzen und Hauslieferungen einzustellen, um auf die unzureichende staatliche Finanzierung zu reagieren. Die Entscheidung, die von der National Pharmacy Association (NPA) unterstützt wird, zielt darauf ab, das von ihr als kritisches finanzielle Defizit bezeichnete Problem der Apotheken vor Ort zu lösen.

Bedenken wegen Finanzierungsdefiziten

Die NPA vertritt etwa 6.500 Apotheken vor Ort, also fast die Hälfte aller Apotheken in Großbritannien. In einer beispiellosen Abstimmung erklärten sich 64 % der 3.339 unabhängigen Apothekenbesitzer bereit, ihre Dienstleistungen einzuschränken, wenn sie nicht eine jährliche Finanzierungserhöhung von 1,7 Milliarden Pfund erhalten. Dieser alarmierende Trend folgt auf eine Reihe finanzieller Belastungen, die durch die jüngsten Erhöhungen der Sozialversicherungsbeiträge und des nationalen Mindestlohns entstehen.

Die NPA hebt hervor, dass die staatliche Grundfinanzierung der Apotheken seit dem Haushaltsjahr 2015-16 inflationsbereinigt um 40 % eingebrochen ist. Infolgedessen wurden in ganz England in nur zwei Jahren 700 Apotheken geschlossen – das entspricht etwa sieben Schließungen pro Woche – aufgrund untragbarer Arbeitsbelastungen und Budgetbeschränkungen. Das Gesundheitsministerium fordert eine Zusammenarbeit mit Apothekern, um zukunftsfähige Dienstleistungen zu entwickeln, hat jedoch bislang keine konkrete Unterstützung zur Linderung dieser finanziellen Belastungen angeboten.

Auswirkungen auf kommunale Gesundheitsdienste

NPA-Vorsitzender Nick Kaye betonte die Frustration der Apothekenbesitzer nach Jahren der Budgetkürzungen. Er brachte zum Ausdruck, dass dies eine beispiellose Situation sei, die engagierte Gesundheitsfachkräfte in Richtung Schließung treibe. Viele Apothekenbesitzer, wie Ashley Cohen von Pharmacist Healthcare Ltd, äußerten Bedenken, dass sie gezwungen seien, das finanzielle Überleben über die Patientenversorgung zu stellen. Der kürzlich eingeführte Service Pharmacy First erweiterte zwar die Möglichkeiten der Apotheker und ermöglichte die Behandlung von Krankheiten wie Nebenhöhlenentzündungen und Ohrenschmerzen, doch eine Verkürzung der Öffnungszeiten und die Einstellung lokal beauftragter Dienstleistungen könnte diese Initiativen gefährden.

Dr. Leyla Hannbeck, Geschäftsführerin des Verbands unabhängiger Apotheker, warnte, dass der Sektor mit einer eskalierenden Krise konfrontiert sei, da die Finanzierungslücke 1,7 Milliarden Pfund betrage und durch steigende Betriebskosten noch verschärft werde. Sie betonte, dass ein Eingreifen der Regierung dringend erforderlich sei, um weitere Schließungen zu verhindern, die die Patientenversorgung gefährden würden.

Blick in die Zukunft

Angesichts der immer lauter werdenden Forderungen nach sofortigen Finanzierungsgesprächen steht die Zukunft der Apotheken vor Ort auf dem Spiel. Die Maßnahmen der NPA unterstreichen einen kritischen Moment nicht nur für Apothekenbesitzer, sondern auch für Patienten, die auf zugängliche Gesundheitsdienste angewiesen sind. Während die Beteiligten auf die Antworten der Regierung warten, bleibt die Notwendigkeit nachhaltiger Finanzierungslösungen klar; ohne sie könnten viele Apotheken gezwungen sein, ihre wesentlichen Dienstleistungen ganz einzustellen.

You May Also Like

Großbritanniens mutiger Plan zur Senkung der Arbeitslosigkeit enthüllt

Großbritanniens mutiger Plan zur Senkung der Arbeitslosigkeit enthüllt

Regierung stellt Initiative „Get Britain Working“ zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vor Um den britischen Arbeitsmarkt wiederzubeleben, hat die Regierung ihre ehrgeizige Initiative „Get Britain Working“ eingeführt.