Luke Evans reflektiert seinen Weg als schwuler Mann, der in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas aufwuchs
Der Hollywood-Schauspieler Luke Evans hat über die Herausforderungen gesprochen, denen er sich als Zeuge Jehovas stellen musste, während er gleichzeitig mit seiner Sexualität zu kämpfen hatte. Der gefeierte Star aus Filmen wie Die Schöne und das Biest und Der Hobbit gab zu, dass er seine Identität vor allem deshalb geheim hielt, um seine Eltern vor den Auswirkungen seiner Wahrheit zu schützen.
Evans erkannte die harten Realitäten seiner Erziehung an und war sich bewusst, dass ein Coming-out zu seinem Ausschluss aus der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas geführt hätte, was nicht nur Auswirkungen auf ihn, sondern auch auf seine Familie gehabt hätte.
Aufwachsen in Südwales
Evans wuchs als Einzelkind in den Tälern von Südwales auf und pflegte eine enge Beziehung zu seinen Eltern David und Yvonne. Trotz dieser Bindung fühlte er sich gezwungen, sich einem Glaubenssystem anzupassen, das er nicht wirklich vertrat.
Er gab zu, dass er sich zwar für die Religion entschieden hatte, sich aber über seinen Glauben an ihre Lehren nicht im Klaren war. Da er in jungen Jahren nicht von zu Hause weggehen konnte, fühlte sich Evans gefangen und versuchte, das Beste aus einer schwierigen Situation zu machen.
In seinen Memoiren „Boy from the Valleys: My Unexpected Journey“ erzählt er von schmerzhaften Erinnerungen an Mobbing in der Schule aufgrund seines Glaubens und seiner sexuellen Orientierung. Er beschrieb sich selbst als leichtes Ziel – ruhig und isoliert –, was das Schulleben noch schwieriger machte.
Beim Nachdenken über diese Erlebnisse stellte Evans fest, dass die Zeugen Jehovas Frieden und Gewaltlosigkeit propagieren, weshalb er auf die aggressiven Schikanen, denen er in der Schule ausgesetzt war, nicht vorbereitet war.
Seine religiöse Erziehung beschränkte auch seine Teilnahme an Schulaktivitäten. Viele Jahre lang war es ihm verboten, Chören beizutreten oder Feiertage zu feiern, was ihn noch weiter von seinen Mitschülern entfremdete.
Ein Weg zur Akzeptanz
Mit 16 verließ Evans Aberbargoed und ging nach Cardiff, um dort Gesangsunterricht zu nehmen – ein entscheidender Schritt, um sein wahres Ich zu entdecken. Mit 19 outete er sich schließlich gegenüber seinen Eltern, die bis heute gläubige Zeugen Jehovas sind.
Er betonte seine Dankbarkeit für ihre Fähigkeit, ihre unterschiedlichen Lebenswege mit Liebe und Respekt zu meistern. Evans räumte ein, dass viele ehemalige Mitglieder der Glaubensgemeinschaft nach ihrem Coming-out mit familiären Beziehungen zu kämpfen haben.
Obwohl er im Laufe der Zeit zahlreiche Freundschaften verlor, fand Evans Trost in seiner Leidenschaft für die Schauspielerei. Sein Weg führte ihn zu einem der wenigen offen schwulen Schauspieler, die in Hollywood heterosexuelle Hauptdarsteller darstellen – ein Beweis für seine Widerstandskraft.
Im Rückblick auf seine Erfahrungen äußerte Evans die Hoffnung, dass seine Geschichte andere inspirieren wird, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. „Dies ist eine Geschichte der Hoffnung … der Überwindung von Hindernissen“, bemerkte er.
Während er sich auf ein für den 13. November geplantes Interview bei BBC Radio Wales vorbereitet, setzt sich Evans weiterhin für Authentizität und Akzeptanz ein.
In einer Branche, die oft mit identitätsbezogenen Herausforderungen konfrontiert ist, ist Luke Evans ein Beispiel dafür, wie Beharrlichkeit nicht nur zu persönlicher Erfüllung, sondern auch zu größerer Akzeptanz in der Gesellschaft führen kann.