Französische Militärtechnologie sorgt im Sudans Bürgerkrieg für Kontroversen

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  • 14 November 2024
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Französische Militärtechnologie soll den Bürgerkrieg im Sudan anheizen

Jüngste Berichte von Amnesty International deuten darauf hin, dass französische Militärtechnologie im anhaltenden Bürgerkrieg im Sudan eingesetzt wird, was einen Verstoß gegen ein Waffenembargo der Vereinten Nationen darstellt. Die Organisation weist darauf hin, dass Fahrzeuge, die mit französischer Hardware ausgestattet sind, derzeit von der Miliz der Rapid Support Forces (RSF) in der Region Darfur eingesetzt werden, wenn sie gegen die nationale Armee kämpfen.

Laut Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard deuten die Beweise darauf hin, dass auf den Schlachtfeldern des Sudan in Frankreich entwickelte und hergestellte Waffen im Einsatz sind. Eine Stellungnahme französischer Behörden zu diesen schwerwiegenden Vorwürfen steht bislang aus. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die als Lieferant dieser Fahrzeuge gelten, haben Vorwürfe, sie würden die RSF mit Waffen versorgen, bereits zuvor zurückgewiesen.

Bedenken hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen

Der Bericht verweist auf das Galix-Abwehrsystem der französischen Firmen KNDS und Lacroix als Schlüsselkomponente der Landstreitkräfte zur Abwehr von Angriffen aus kurzer Entfernung. Amnesty International warnt, dass diese Waffen die Menschenrechtsverletzungen inmitten der anhaltenden Gewalt verschärfen könnten.

  • Die Organisation hat von der französischen Regierung verlangt, die Lieferungen an die VAE sofort einzustellen.
  • Von Amnesty geteilte verifizierte Bilder zeigen zerstörte Fahrzeuge mit deutlich sichtbarem Galix-System. Wenn Frankreich nicht durch strenge Exportkontrollen garantieren könne, dass keine Waffen in den Konfliktgebieten des Sudan landen, solle es von der Genehmigung solcher Waffenlieferungen absehen, betont Amnesty International. Seit 2004, als aufgrund von Vorwürfen ethnischer Säuberungen erstmals ein Waffenembargo gegen Darfur verhängt wurde, fordert Amnesty International eine Ausweitung dieses Embargos auf den gesamten Sudan. Nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs im vergangenen Jahr plädiert Amnesty International für stärkere Überwachungsmechanismen.

Anhaltende Konflikte und humanitäre Krisen

Die RSF unter der Führung von General Mohamed Hamdan Daglo geraten seit April 2023 in Konflikt mit der regulären Armee des Sudan unter dem Kommando von Abdel Fattah al-Burhan. Der Machtkampf zwischen diesen ehemaligen Verbündeten ist in gewalttätige Auseinandersetzungen eskaliert. Beiden Fraktionen wird Kriegsverbrechen vorgeworfen, und es wird behauptet, in Darfur würden ethnische Säuberungen durchgeführt. RSF bestreitet diese Vorwürfe und gibt den lokalen Milizen die Schuld. Während dieser brutale Konflikt weitergeht, haben Tausende ihr Leben verloren und Millionen wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Angesichts der zunehmenden internationalen Kontrolle der Waffenlieferungen an die verfeindeten Parteien im Sudan werden die Forderungen an alle Länder immer lauter, ihre direkte und indirekte Militärunterstützung einzustellen. Die zukünftige Stabilität des Sudan bleibt angesichts der sich verschärfenden humanitären Krisen ungewiss, was die Notwendigkeit globaler Aufmerksamkeit und Interventionen in dieser instabilen Region unterstreicht.

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