Die Umstellung auf walisische Namen: Das Erbe in Snowdonia bewahren
In den letzten Monaten haben die ikonischen Namen des höchsten Berges und des größten Nationalparks von Wales Diskussionen über ihre Bedeutung und Verwendung ausgelöst. Während viele ihn als Snowdon und Snowdonia bezeichnen, sind für Walisischsprachige die ursprünglichen Namen – Yr Wyddfa und Eryri – unverändert geblieben. Diese Debatte spiegelt eine breitere Bewegung hin zur Akzeptanz des walisischen Erbes und der walisischen Sprache wider.
Eine kulturelle Wiederbelebung
Die Entscheidung der Snowdonia-Nationalparkbehörde, Yr Wyddfa und Eryri offiziell zu übernehmen, erfolgte nach erheblicher öffentlicher Unterstützung, einschließlich einer von 5.000 Personen unterzeichneten Petition, die sich für die Änderung einsetzten.
Laut dem Schriftsteller und Radiomoderator Tudur Owen wird dieser Übergang von den Ortskundigen nicht als Namensänderung wahrgenommen. Für sie ist die Verwendung der englischen Namen fremdartig.
Die Anwohner sehen die Namensänderung mit gemischten Gefühlen. Tony Evans, ein Besucher aus Pontypridd, bemerkte humorvoll, dass er keine Bedenken gegen die Namensänderung habe, solange er den Berg sicher begehen könne. Mohiuddin Kamal aus Denbighshire hingegen lobte die Initiative und betonte ihre Bedeutung für den Erhalt der walisischen Kultur.
Die Entscheidung der Parkverwaltung steht im Einklang mit einer Umfrage, die zeigt, dass 65 % der Besucher die Namensänderung positiv bewerten. Ziel dieser Änderung ist es, einem weltweiten Publikum die Vielfalt der walisischen Sprache näherzubringen.
Brücke zwischen Tradition und Moderne
Owen beschreibt diese Initiative als strategisches Rebranding und nicht als bloße Umbenennung. Er glaubt, dass die Verwendung walisischer Ortsnamen den Besuchern mehr als 2.000 Jahre Geschichte vermittelt. Er betont, dass Bedenken, diese Namen seien politisch oder nationalistisch, oft auf Missverständnissen beruhen.
Die Entscheidung zwischen walisischen und englischen Namen sollte wohlüberlegt getroffen werden, damit die Menschen beide Sprachen wertschätzen können, ohne die eine gegenüber der anderen abzuwerten.
Interessanterweise haben seit Beginn dieser Initiative immer mehr lokale Unternehmen Eryri in ihr Branding aufgenommen. Owen hat einen Anstieg der Besucherzahlen bei Yr Wyddfa festgestellt, ohne dass sich dies negativ auf Handel oder Tourismus ausgewirkt hätte.
Blick in die Zukunft
Während Wales weiterhin an seiner zweisprachigen Identität arbeitet, spiegeln diese Veränderungen eine wachsende Akzeptanz und Wertschätzung seiner einzigartigen Kultur wider. Da immer mehr Menschen sowohl Englisch als auch Walisisch sprechen, besteht das Potenzial für eine weitere Integration dieser Sprachen in das tägliche Leben.
Wenn Keri Russell aus der Netflix-Serie „The Diplomat“ ihre Faszination für die walisische Kultur zum Ausdruck bringt, wird deutlich, dass es bei solchen Bemühungen nicht nur um die Bewahrung der Tradition geht, sondern auch darum, weltweites Interesse am reichen Erbe von Wales zu wecken.