Englands Kaderabzüge sorgen für Kontroverse
In einer überraschenden Wendung im Vorfeld der Spiele der UEFA Nations League gegen Griechenland und die Republik Irland kritisierte Englands Kapitän Harry Kane offen seine Teamkollegen für ihr Fehlen im aktuellen Kader. Kane ist für seine vorsichtige und diplomatische Kommunikation bekannt, doch seine Bemerkungen markieren einen deutlichen Tonwechsel, da er die Bedeutung des Nationalstolzes bei der Vertretung Englands betont.
Eine chaotische Vorbereitung
Das derzeitige Trainingslager der englischen Nationalmannschaft ist voller Turbulenzen, insbesondere weil es die letzte Chance für Interimstrainer Lee Carsley ist, bevor Thomas Tuchel am 1. Januar 2025 das Amt übernimmt. Da acht Spieler aus dem ursprünglichen Kader von 26 zurückgetreten sind, ist die Atmosphäre alles andere als stabil.
Kane wies darauf hin, dass Gareth Southgate erfolgreich die Begeisterung für das Nationalteam wiederhergestellt habe, was darauf schließen lässt, dass dieser Geist bei den Spielern nun nachlässt. Er betonte, dass die Vertretung Englands Vorrang vor den Verpflichtungen für den Verein haben sollte.
Zu den Vermissten zählen Schlüsselspieler wie Trent Alexander-Arnold von Liverpool und Declan Rice von Arsenal, die beide aufgrund von Verletzungen, die sie sich bei Vereinsspielen zugezogen hatten, ausfielen. Carsley spielte Kanes Kommentare herunter und betonte, dass Verletzungen im November häufig vorkommen, doch bleibt das Grundgefühl bestehen, dass manche Spieler möglicherweise nicht die gleiche Begeisterung für nationale Aufgaben haben.
Fragen zu Prioritäten
Kanes Kritik wirft allgemeinere Fragen zum Engagement innerhalb der Mannschaft auf. Seine Kommentare scheinen anzudeuten, dass einige Spieler ihren Vereinsverpflichtungen Vorrang vor ihrer Pflicht, England zu vertreten, geben könnten, eine Vorstellung, die innerhalb der Mannschaft zu Zwietracht führen könnte.
Während die Diskussionen über Tuchels verspätete Ankunft brodeln, wodurch Carsley während dieser Übergangsphase das Ruder übernimmt, sind die Bedenken hinsichtlich der Einheit und Konzentration groß. Die bevorstehenden Spiele gegen Griechenland und Irland sind nicht nur für die unmittelbare Tabellensituation von Bedeutung, sondern legen auch den Grundstein für Tuchels zukünftige Strategie.
Die Ergebnisse könnten bestimmen, ob Tuchels erste Spiele WM-Qualifikationsspiele oder eher lockere Freundschaftsspiele sein werden. Wenn England es nicht schafft, sich einen Spitzenplatz in seiner Gruppe zu sichern, stehen ihnen mögliche Playoff-Spiele bevor.
Angesichts von Kanes Bemerkungen und der jüngsten Dynamik im Team wird zunehmend klar, dass England im Hinblick auf seine WM-Ambitionen im Jahr 2026 möglicherweise einen Neuanfang braucht. Während sie sich durch diese turbulenten Zeiten navigieren, könnte die Art und Weise, wie die Spieler auf Kanes Kritik reagieren, den zukünftigen Zusammenhalt des Teams erheblich beeinflussen.