Verzögerungen bei der Entschädigung bei falsch verkauften Autofinanzierungsverträgen
Personen, die von einem falsch verkauften Autofinanzierungsvertrag betroffen sind, müssen möglicherweise mit erheblichen Verzögerungen bei der Auszahlung potenzieller Entschädigungszahlungen rechnen. Jüngste Entwicklungen vor dem Berufungsgericht haben Licht auf anhaltende Probleme im Zusammenhang mit nicht offengelegten Provisionszahlungen geworfen und die Aussicht auf Milliardenentschädigungen für Verbraucher erhöht. Die Financial Conduct Authority (FCA) prüft derzeit Optionen, um Autohändlern mehr Zeit zur Bearbeitung von Beschwerden zu geben. Einige Rechtsexperten sind der Ansicht, dass dieser Schritt die Wartezeit für Entschädigungsberechtigte verlängern könnte.
Ein erheblicher Anteil der Neu- und Gebrauchtwagen wird über Finanzierungsverträge gekauft. Jährlich werden rund zwei Millionen Fahrzeuge auf diese Weise finanziert, wobei die Verbraucher in der Regel eine Anzahlung leisten und anschließend monatliche Raten zahlen, die Zinsen enthalten. Diese Verträge sind jedoch aufgrund von Bedenken hinsichtlich versteckter Provisionen, die an die Händler gezahlt werden, ins Visier geraten.
Im Jahr 2021 verbot die FCA Provisionsstrukturen, die Händler dazu anregten, höhere Zinsen zu verlangen. Diese Regelung hat seitdem Diskussionen über die Entschädigung von Verbrauchern ausgelöst, die solche Vereinbarungen vor Inkrafttreten dieser Änderungen getroffen haben. Nach einem kürzlich ergangenen Urteil des Berufungsgerichts, das die potenzielle Haftung für Kreditgeber erweiterte, deuten Schätzungen darauf hin, dass die gesamten Entschädigungskosten auf 16 Milliarden Pfund steigen könnten.
Das Berufungsgericht entschied einstimmig, dass Kreditgeber Händlern keine Provisionen zahlen dürfen, ohne die informierte Zustimmung der Käufer einzuholen. Diese Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit von Transparenz hinsichtlich der Provisionsstrukturen in Finanzierungsverträgen.
Im Mittelpunkt des Falls stand Marcus Johnson, der 2017 einen Suzuki Swift kaufte, ohne zu wissen, dass in seinen Finanzierungsbedingungen eine 25 %-Provision enthalten war. Johnsons Erfahrung zeigt, wie verzweifelt viele sind, wenn sie beim Autokauf versteckte Kosten entdecken.
Zukünftige Auswirkungen für Verbraucher und Händler
Als Folge des Gerichtsurteils haben die Banken beträchtliche Mittel für mögliche Entschädigungszahlungen zurückgelegt, während einige Kreditgeber neue Finanzierungsverträge ausgesetzt haben. Die FCA rechnet mit einer Flut von Beschwerden von Verbrauchern, die bisher nicht wussten, dass sie aufgrund fehlender Provisionsvereinbarungen Entschädigungen fordern könnten.
Die Regulierungsbehörde erwägt, die Frist für die Reaktion der Händler auf diese Beschwerden zu verlängern, und strebt eine rasche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs bezüglich des jüngsten Urteils an. Ziel ist die Schaffung eines organisierten Rahmens für die effiziente Bearbeitung von Beschwerden.
Während Branchenkenner wie die Finance and Leasing Association diesen Plan als pragmatischen Ansatz unterstützen, bestehen weiterhin Bedenken, ob diese Maßnahmen nicht unbeabsichtigt zu einer Verlängerung der Entschädigungsfristen für die Opfer von falsch verkauften Verträgen führen.
Da sich diese Situation weiter entwickelt, ist es für Verbraucher weiterhin von entscheidender Bedeutung, sich über ihre Rechte in Bezug auf Autofinanzierungsverträge und mögliche Entschädigungsmöglichkeiten zu informieren, die sich angesichts der laufenden Entwicklungen ergeben können.