Untersuchung der Initiative „Ask for Angela“: Ein Aufruf zum Handeln
Eine kürzlich durchgeführte verdeckte Untersuchung der BBC hat gravierende Mängel bei der Initiative Ask for Angela aufgedeckt, die darauf abzielt, Gäste zu schützen, die sich in Bars und Clubs unsicher fühlen. Obwohl die Initiative in zahlreichen Lokalen in ganz Großbritannien umgesetzt wird, zeigen die Ergebnisse, dass das Personal bei der Verwendung des Codeworts „Angela“ beunruhigend wenig darauf achtet und nicht reagiert. Dies wirft dringende Fragen zur Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen auf, die gefährdete Personen schützen sollen.
Zweck und Umsetzung der Initiative
Das Programm Ask for Angela dient als diskretes Sicherheitsnetz, das vor allem Frauen vorbehalten ist, aber auch jedem offen steht, der sich bedroht fühlt. Mit dem Codewort „Angela“ können Personen dem Personal signalisieren, dass es eingreifen und ihnen helfen soll, in Sicherheit zu gelangen. Die Initiative gewann nach dem tragischen Mord an Angela Crompton an Bedeutung und machte deutlich, wie wichtig Schutzmaßnahmen in sozialen Situationen sind.
Eine verdeckte Untersuchung der BBC ergab jedoch, dass 52 % der besuchten Londoner Lokale nicht angemessen reagierten, als das Codewort erwähnt wurde. Dazu gehörten auch bekannte Ketten wie Greene King und JD Wetherspoon, deren Personal das Signal entweder nicht erkannte oder nicht darauf reagierte.
Viele Einrichtungen zeigen ihre Teilnahme an dieser Initiative deutlich sichtbar durch Plakate und Online-Werbung, weshalb diese Ergebnisse besonders besorgniserregend sind.
Während einige Lokale effektive Reaktionen zeigten – wie etwa Hootananny in Brixton, wo das Personal schnell eingriff –, blieben viele hinter den Erwartungen zurück. So gab beispielsweise der Manager eines Lokals namens White Bear an, von dem System überhaupt nichts zu wissen, und beharrte darauf, dass in den vier Jahren, die er dort war, niemand mit dem Codewort um Hilfe gebeten habe.
Rufe nach verstärkter Compliance
Da zahlreiche Räte die Teilnahme an Ask for Angela mittlerweile an die Alkohollizenz knüpfen, steigt der Druck auf die Lokale, dieses Sicherheitsprogramm richtig umzusetzen. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte die Ergebnisse der BBC als „schockierend und inakzeptabel“ und betonte, dass die Lokalbetreiber ihre Verantwortung hinsichtlich der Sicherheit ihrer Gäste anerkennen müssen.
Befürworter der Sicherheit von Frauen drängen auf eine strengere Durchsetzung dieser Protokolle. Jamie Klingler von Reclaim These Streets brachte diese Meinung auf den Punkt, indem sie erklärte, dass Frauen sich darauf verlassen können sollten, dass die Einrichtungen ihnen bei Bedarf Unterstützung bieten. Der Mangel an Einheitlichkeit in den Einrichtungen untergräbt dieses Vertrauen und bringt die Einzelnen in Gefahr.
Als Reaktion auf diese Bedenken räumte Sylvia Oates, Direktorin von Ask for Angela, ein, dass hohe Personalfluktuationen im Gastgewerbe eine konsequente Schulung behindern können, betonte jedoch, dass die Veranstaltungsorte die Pflicht hätten, sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter gut über die Initiative informiert sind. Sie plädiert für strengere Compliance-Maßnahmen, einschließlich möglicher Geldbußen bei Nichteinhaltung.
Während die Diskussionen über die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen weitergehen, ist es klar, dass die Beseitigung dieser Lücken nicht nur für das Vertrauen der Öffentlichkeit von entscheidender Bedeutung ist, sondern auch für die Schaffung sicherer Umgebungen, in denen jeder seine Freizeit ohne Angst genießen kann.