Tragischer Amoklauf mit Messerstecherei in einem Einkaufszentrum in Sydney
Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung einer Messerstecherei in einem beliebten Einkaufszentrum in Sydney hat erschütternde Details über den Vorfall ans Licht gebracht, der sich in nur drei Minuten ereignete und sechs Todesopfer und zehn Verletzte forderte. Die Ereignisse vom 13. April 2023 schockierten Australien, ein Land, in dem Massengewalt selten vorkommt, und lösten intensive Diskussionen über geschlechtsspezifische Gewalt aus.
Versäumnisse in den Bereichen psychische Gesundheit und Sicherheit
Die Untersuchung durch das Coroner’s Court von New South Wales ergab, dass der Täter Joel Cauchi zum Zeitpunkt des Angriffs an einer psychischen Erkrankung litt. Mit 40 Jahren war er obdachlos und hatte seine Medikamente gegen Schizophrenie abgesetzt, woraufhin seine Eltern ihm seine Jagdmesser wegnahmen. Dieser Mangel an Fürsorge weckte erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit der psychiatrischen Versorgungssysteme in New South Wales und Queensland.
Dr. Peggy Dwyer SC, Rechtsberaterin des Gerichtsmediziners, betonte, dass es trotz mehrfacher Warnungen bezüglich Cauchis sich seit 2019 verschlechternder Geisteszustand keine angemessene Intervention seitens der Behörden gegeben habe.
Das Gericht stellte außerdem fest, dass es während des Angriffs zu schwerwiegenden Sicherheitsvorkehrungen gekommen sei. Die Alarme im Einkaufszentrum gingen erst los, nachdem die Polizei Cauchi erschossen hatte. Dies wirft Fragen auf, ob die Sicherheitsmaßnahmen auf solche gewalttätigen Vorfälle vorbereitet sind.
Ein Tag der Verwüstung
An diesem schicksalshaften Tag betrat Cauchi gegen 15:30 Uhr Ortszeit das Einkaufszentrum Westfield. Etwa drei Minuten später begann er mit seinem Überfall, nachdem er ein Messer aus einer Bäckerei geholt hatte. Sein erstes Opfer war die 25-jährige Dawn Singleton, gefolgt von weiteren, darunter Jade Young und Yixuan Cheng.
In einem besonders tragischen Moment, der während der Anhörung geschildert wurde, versuchte Ashlee Good, ihre neun Monate alte Tochter vor Cauchis Angriff zu retten, erlitt dabei jedoch selbst Verletzungen.
Augenzeugenberichte beschreiben den Sicherheitsbeamten Faraz Tahir als einen Helden, der während des Chaos beim Versuch, andere zu beschützen, starb.
Cauchis Amoklauf dauerte etwa fünf Minuten und 43 Sekunden, bevor er von der NSW-Polizeiinspektorin Amy Scott erschossen wurde. Wie lange verging, ohne dass ein Alarm ausgelöst wurde, ist unklar.
Blick in die Zukunft
Während Australien mit den Folgen dieses schrecklichen Ereignisses ringt, soll im April 2025 eine umfassende Untersuchung beginnen. Im Lichte dieser Tragödie werden Sicherheitsmängel und Reaktionen auf die psychische Gesundheit unter die Lupe genommen.
Die Gerichtsmedizinerin des Staates, Teresa O’Sullivan, drückte den Familien der Opfer ihr Beileid aus und betonte, wie wichtig es sei, dass die Gemeinschaft diesen verheerenden Vorfall hinter sich lasse.