Entschuldigung des Premierministers markiert Wendepunkt im neuseeländischen Gesundheitssystem
In einem historischen Moment für Neuseeland hat sich Premierminister Christopher Luxon öffentlich bei den Opfern von Missbrauch in Pflegeheimen entschuldigt. Diese Entschuldigung folgt einer umfassenden Untersuchung eines der größten Missbrauchsskandale des Landes, die ergab, dass von 1950 bis 2019 200.000 Kinder und schutzbedürftige Erwachsene in staatlicher und religiöser Obhut misshandelt wurden. Die Untersuchung verdeutlichte die unverhältnismäßigen Auswirkungen auf Māori- und pazifische Gemeinschaften sowie auf Personen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen.
Anerkennung vergangener Schrecken
In einer offiziellen Rede vor dem Parlament drückte Luxon im Namen der aktuellen und der vorherigen Regierungen sein tiefes Bedauern aus. Er beschrieb die Ergebnisse als „entsetzlich“, „herzzerreißend“ und erkannte die tiefgreifenden Folgen an, die diese Erfahrungen für das Leben vieler Menschen hatten.
Der Premierminister betonte, dass die Regierung die Verantwortung für die dauerhaften Auswirkungen dieser Missbräuche übernehmen müsse, und erklärte, dass die Erfahrungen vieler Überlebender den Lebensweg verändert hätten.
Diese Untersuchung, die als die größte und komplexeste öffentliche Untersuchung in der Geschichte Neuseelands gilt, erstreckte sich über sechs Jahre. Sie umfasste Interviews mit Tausenden von Überlebenden aus verschiedenen Pflegeeinrichtungen und dokumentierte zahlreiche Formen des Missbrauchs wie Vergewaltigung, Sterilisation und Zwangsarbeit. Beunruhigenderweise stellte sich heraus, dass religiöse Einrichtungen im Vergleich zu staatlichen Einrichtungen höhere Raten sexuellen Missbrauchs aufwiesen.
Der Bericht hob nicht nur das Ausmaß des Problems hervor, sondern kritisierte auch zivilgesellschaftliche und religiöse Führer für ihre Versuche, solche Übergriffe zu vertuschen. Viele Überlebende hatten enorme Schwierigkeiten, um Glauben zu finden, und tragischerweise starben einige Opfer, bevor sie Gerechtigkeit erfahren konnten.
Die Untersuchung endete mit über 100 Empfehlungen, darunter Forderungen nach öffentlichen Entschuldigungen von Behörden und religiösen Führern sowie neuen Gesetzen, die die Meldung von Missbrauchsverdacht verpflichten. Luxon gab bekannt, dass seine Regierung 28 Empfehlungen entweder abgeschlossen hat oder aktiv an der Umsetzung arbeitet, und versprach, bis zum nächsten Jahr eine umfassende Antwort zu geben.
Während Neuseeland dieses dunkle Kapitel hinter sich lässt, gibt es ein erneuertes Engagement für die Reform des Gesundheitssystems, um sicherzustellen, dass sich derartige Gräueltaten nie wieder ereignen. Mit dieser Entschuldigung liegt Hoffnung auf Heilung und eine verantwortungsvollere Zukunft für gefährdete Bevölkerungsgruppen im ganzen Land.