Nordirische Gesundheitsarbeiter bereiten sich auf mögliche Streiks vor

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  • 12 November 2024
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Mögliche Arbeitskampfmaßnahmen drohen im nordirischen Gesundheitssektor

Gewerkschaftsvertreter haben die drohende Möglichkeit eines groß angelegten Arbeitskampfs im nordirischen Gesundheitswesen unterstrichen und betont, dass die Frage der Lohngleichheit mit anderen britischen Regionen weiterhin ungelöst sei. Wenn sich die Situation nicht verbessert, könnten die Beschäftigten im Gesundheitswesen bald auf Streikposten stoßen.

Bedenken hinsichtlich der Lohngleichheit

Gesundheitsminister Mike Nesbitt deutete kürzlich an, dass sein Ministerium möglicherweise Schwierigkeiten haben könnte, die von der unabhängigen Gehaltsüberprüfungsorganisation empfohlenen Gehaltserhöhungen umzusetzen. Die Organisation schlug für den Zeitraum 2024–2025 eine Gehaltserhöhung von 5,5 % für das Gesundheitspersonal in Nordirland vor. Dieser Vorschlag wurde bereits für NHS-Mitarbeiter in England, Wales und Schottland übernommen. Vor diesem Hintergrund wurden den Abteilungen von Stormont nach dem jüngsten Westminster-Haushalt 700 Millionen Pfund an neuen Mitteln zugewiesen. Obwohl Nesbitts Abteilung zusätzliche 350 Millionen Pfund erhielt, stellte er ein Defizit von 100 Millionen Pfund fest, was ihn daran hinderte, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen.

Gewerkschaftsführer betonen, dass ohne Lohngleichheit erhebliche Arbeitskampfmaßnahmen im gesamten Gesundheitswesen Nordirlands nicht nur eine Drohung sind, sondern eine zu erwartende Folge. Anne Speed, Leiterin von Unison, äußerte, dass sich die Beschäftigten im Gesundheitswesen unterbewertet und nicht respektiert fühlen. Sie äußerte ihre Befürchtung, dass die Nichtdurchsetzung der empfohlenen Gehaltserhöhung ein „sehr schwieriges Umfeld“ schaffen werde, und prognostizierte mögliche Streiks nach Weihnachten.

Langjährige Vernachlässigung und zunehmende Unzufriedenheit

Patricia McKeown, eine weitere Gewerkschaftsvertreterin, wies auf die seit über 20 Jahren andauernde Vernachlässigung im Gesundheitswesen hin. Rita Devlin, Direktorin des Royal College of Nursing in Nordirland, äußerte ihre Skepsis hinsichtlich der mangelnden Fortschritte bei der Lohngleichheit. Sie erklärte, wenn erneut ein Streik notwendig werde, wäre dies das dritte Mal, dass Krankenschwestern für eine gerechte Entlohnung auf die Straße gehen müssten. Brenda Stevenson von Unite the Union schloss sich dieser Meinung an und betonte, dass ihre Mitglieder nicht bereit seien, weniger als volle Lohngleichheit zu akzeptieren. Sie äußerte Hoffnung nach den vorangegangenen Verhandlungen, warnte jedoch, dass es ohne Einhaltung der Empfehlungen des Pay Review Body keine andere Wahl gäbe, als über Arbeitskampfmaßnahmen nachzudenken.

Blick in die Zukunft

Während sich die Gewerkschaften auf mögliche Streiks wegen ungeklärter Lohnfragen vorbereiten, wird Gesundheitsminister Nesbitt mit Gewerkschaftsvertretern zusammentreffen, um tragfähige Lösungen zu erörtern. Angesichts der Haushaltsbeschränkungen räumte er ein, dass dies eine schwerwiegende Aushebelung der Lohnparität darstellt, bekräftigte jedoch seine Verpflichtung, sich für die Belange der Beschäftigten im Gesundheitswesen einzusetzen. Die Situation in Nordirland ist ein kritischer Hinweis auf die anhaltenden Herausforderungen, vor denen Gesundheitsfachkräfte stehen, und wirft allgemeinere Fragen zu den Finanzierungsprioritäten im öffentlichen Dienst auf. Während sich diese Situation entwickelt, ist es weiterhin wichtig, die Entwicklungen genau zu beobachten und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsmoral des Personals und die Patientenversorgung in der Region zu berücksichtigen.

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