Wie absichtliche Fehlkicks das Punting in der NFL veränderten
In der Welt des American Football wird die Rolle des Punters oft unbeachtet gelassen, obwohl sie einen entscheidenden Einfluss auf die Spielstrategie hat. Darren Bennett, ein ehemaliger NFL-Punter aus Australien, hat zwar eine zehnjährige Karriere in der Liga hinter sich, aber er erinnert sich an einen Moment, der die allgemeine Wahrnehmung seiner Position auf den Punkt bringt. Als er sich einem bekannten Linebacker als Punter vorstellte, begegnete er ihm mit Skepsis und wurde als „nicht einmal ein richtiger Footballspieler“ abgetan. Diese Einstellung unterstreicht die anhaltende Zweideutigkeit, die eine der einzigartigsten Rollen im Sport umgibt.
Der unterschätzte Spieler
Punting bleibt eine rätselhafte Position im Football. Im Durchschnitt besteht ein NFL-Spiel aus 153 Spielzügen, wobei die Punter nur an ungefähr acht beteiligt sind. Angesichts dieser begrenzten Beteiligung ist es nicht verwunderlich, dass viele Fans sich ihrer Beiträge nicht bewusst sind.
- Viele der jährlich gedrafteten Spieler umfassen nur einen oder zwei Punter.
- Die Gehälter der Punter gehören zu den niedrigsten in der Liga.
- Historisch gesehen wurde in der ersten Runde des Drafts nur ein Punter ausgewählt.
Dieser Mangel an Anerkennung ist sogar bei bedeutenden Ereignissen offensichtlich. Als 2012 ein Punter in der dritten Runde des NFL Draft ausgewählt wurde, veranlasste dies einen großen US-Sportreporter zu der humorvollen Aussage: „Punter sind auch Menschen.“ Dieser Satz wurde schnell zu einem Meme und spiegelte ein wachsendes Bewusstsein für ihre Bedeutung wider.
Ein bahnbrechender Ansatz
Die Landschaft des Puntings begann sich zu verändern, als Sam Koch während eines entscheidenden Spiels gegen die Pittsburgh Steelers am 2. November 2014 innovative Techniken einführte. Koch ahmte den Stil des Australian Rules Football nach, experimentierte mit absichtlichen Fehlkicks und veränderte so traditionelle Punting-Methoden.
Durch die Fehlleitung seiner Kicks und den Einsatz von Drop-Punts, die im American Football bis dahin nur begrenzt zum Einsatz gekommen waren, veränderte Koch effektiv die Herangehensweise der Teams an dieses strategische Spiel.
Kochs neuer Stil brachte gegnerische Returner in schwierige Situationen und verbesserte seine Leistungsdaten deutlich. 2014 stieg seine Netto-Laufleistung auf 43,2 Yards, womit er in dieser Statistik der beste Spieler der Liga war.
Kochs Erfolg inspirierte Trainer dazu, ihre Herangehensweise an das Punting zu überdenken. Laut Randy Brown, Kicking Coach der Baltimore Ravens, zeigte diese Innovation sowohl das Selbstvertrauen der Spieler als auch ihre Anpassungsfähigkeit auf nationaler Ebene.
Blick in die Zukunft: Die Zukunft des Punting
Heute dominieren Punter im Aussie-Stil die NFL-Landschaft. Der Ray Guy Award für den besten College-Punter wurde in elf Jahren achtmal an Australier verliehen. Neue Talente wie Tory Taylor tauchen als Nachwuchstalente auf.
Der Zustrom australischer Talente verändert die Wahrnehmung und Strategien im American Football. Wie Bennett bemerkt, beeinflussen kulturelle Unterschiede die Entwicklung der Fähigkeiten; Australier wachsen eher mit Kicken als mit Werfen auf.
Angesichts des zunehmenden Interesses internationaler Spieler und Trainingsprogrammen wie ProKick Australia, aus denen zahlreiche Athleten mit College-Stipendiaten hervorgehen, ist klar, dass sich das Punting über seine traditionellen Grenzen hinaus entwickelt.
Randy Brown äußert sich optimistisch hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung: „Wir wollten immer, dass der Ball nur in eine Richtung geschlagen wird … Jetzt haben wir so viele verschiedene Winkel.“
Diese Entwicklung deutet auf eine spannende Zukunft für das Punting hin, da die Teams weiterhin offen für Talente aus der ganzen Welt sind.