Debatte über umstrittenen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe entbrennt

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  • 12 November 2024
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Vorschlag für ein Gesetz zur Sterbehilfe löst Debatte aus

Ein neuer Vorschlag zur Legalisierung der Sterbehilfe in England und Wales sorgt für erhebliche Diskussionen, da er todkranken Patienten Möglichkeiten bieten soll, ihr Leiden zu beenden. Der von der Labour-Abgeordneten Kim Leadbeater eingebrachte Gesetzentwurf zielt auf unheilbar kranke Erwachsene ab, bei denen mit einem Tod innerhalb von sechs Monaten zu rechnen ist. Er sieht vor, dass Personen, die Hilfe suchen, ihre Anspruchsberechtigung von zwei Ärzten und einem Richter des High Court bestätigen lassen müssen, um sicherzustellen, dass die Entscheidung freiwillig getroffen wird. Leadbeater betont, dass der Gesetzentwurf darauf abzielt, den Tod zu verkürzen und nicht das Leben zu beenden. Er behauptet, dass er „die strengsten Sicherheitsvorkehrungen weltweit“ enthalte. Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich des möglichen Drucks auf gefährdete Personen, sich für Sterbehilfe zu entscheiden.

Wichtige Bestimmungen des Gesetzes

Der Gesetzesentwurf legt mehrere wichtige Anforderungen für Sterbehilfesuchende fest:

  • Zwei unabhängige Ärzte müssen die Eignung anhand strenger Kriterien feststellen.
  • Ein Richter des High Court wird die Beweise von mindestens einem Arzt prüfen und kann die Person, die um Hilfe bittet, direkt befragen.
  • Der Einzelne behält sich das Recht vor, in jeder Phase des Prozesses seine Meinung zu ändern.
  • Kein medizinisches Fachpersonal wird gezwungen, an der Hilfeleistung mitzuwirken. Das Gesetz verbietet außerdem ausdrücklich, Menschen zur Inanspruchnahme von Sterbehilfe zu zwingen. Bei Verstößen drohen schwere Strafen.

Leadbeater argumentiert, dass der aktuelle Rechtsrahmen unzureichend sei und zu „sehr grausamen, sehr qualvollen Todesfällen“ für Patienten und ihre Familien führe. Sie glaubt, dass ihr Gesetzentwurf diese Mängel wirksam behebt.

Gemischte Reaktionen unter den Gesetzgebern

Die bevorstehende Debatte im Parlament am 29. November ist ein bedeutender Moment; es wird die erste Abstimmung des Unterhauses über Sterbehilfe sein, seit 2015 ähnliche Vorschläge abgelehnt wurden. Die Regierung hat eine neutrale Haltung beibehalten und den Abgeordneten erlaubt, frei nach ihren Überzeugungen abzustimmen. Premierminister Sir Keir Starmer hat erklärt, er werde seine Parteimitglieder hinsichtlich ihrer Abstimmungen nicht unter Druck setzen. Während viele Abgeordnete noch unentschlossen sind, haben einige ihre Meinung deutlich geäußert. Der konservative Abgeordnete Kit Malthouse unterstützt Leadbeaters Vorschlag, hebt dessen Sicherheitsvorkehrungen hervor, verurteilt die derzeitigen Praktiken jedoch als „Horrorshow“. Der Vorsitzende der Liberaldemokraten, Sir Ed Davey, will sich dagegen gegen den Gesetzesentwurf stellen, weil er befürchtet, dass dieser unabsichtlich Druck auf unheilbar Kranke ausüben könnte.

Kritiker wie Dr. Gordon Macdonald von Care Not Killing argumentieren, dass das bestehende Palliativpflegesystem reformiert werden müsse, anstatt Gesetze zur Sterbehilfe einzuführen. Er warnt, dass durch überhastete Änderungen wesentliche Verbesserungen der Pflege übersehen werden könnten. Während die Diskussionen zu diesem sensiblen Thema weitergehen, plädieren die Befürworter für die Patientenautonomie, während die Gegner bessere Lösungen für die Sterbebegleitung fordern.

Blick in die Zukunft

Das Ergebnis dieses Gesetzes könnte die Sterbebegleitung in Großbritannien erheblich verändern. Wenn es angenommen wird, würde es den Weg für weitere parlamentarische Kontrollen und mögliche Änderungen ebnen, bevor beide Häuser des Parlaments die endgültige Zustimmung erhalten. Unterdessen strebt ein anderer Vorschlag in Schottland ähnliche Änderungen an und unterstreicht damit einen wachsenden Trend zur Sterbehilfe in ganz Großbritannien. Während sich die Gesellschaft mit diesen komplexen ethischen Fragen auseinandersetzt, bleibt ein fortlaufender Dialog von entscheidender Bedeutung, um einen ausgewogenen Ansatz zu finden, der die individuelle Wahl respektiert und gleichzeitig eine mitfühlende Betreuung gewährleistet.

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