Erzbischof von Canterbury tritt nach Missbrauchsskandal zurück
In einer bedeutsamen Wendung der Ereignisse hat Erzbischof Justin Welby von Canterbury seinen Rücktritt angekündigt, nachdem sein Umgang mit historischen Kindesmissbrauchsfällen, die mit der Kirche in Verbindung stehen, zunehmend unter die Lupe genommen wurde. Die Entscheidung erfolgte nach Enthüllungen des Makin Review, der eine langjährige Kultur des Schweigens um die von John Smyth begangenen Missbräuche aufzeigte.
Anerkennung von Fehlern
In seiner Rücktrittserklärung drückte Welby sein tiefes Bedauern über die früheren Versäumnisse der Kirche in Sachen Schutz aus. Er wies darauf hin, dass er fälschlicherweise geglaubt hatte, die Strafverfolgungsbehörden würden sich angemessen mit dem Thema befassen, als er 2013 erstmals von Smyths Missbrauchshandlungen erfuhr.
Welby betonte, wie wichtig es sei, sowohl persönliche als auch institutionelle Verantwortung für das anhaltende Trauma zu übernehmen, das die Opfer zwischen 2013 und 2024 erlebt haben. Er betonte, dass seine Entscheidung zum Rücktritt ein ernsthaftes Engagement für Reformen innerhalb der Church of England widerspiegele.
Der Erzbischof stellte klar, dass der Zeitpunkt seines Abgangs nach einer gründlichen Überprüfung der Verpflichtungen innerhalb Englands und der anglikanischen Kirchengemeinschaft festgelegt werde.
Engagement für Veränderung
Welby betonte, dass sein Rücktritt ein Signal für einen Wandel innerhalb der Kirche sein solle und unterstreiche ihr Engagement, ein sichereres Umfeld für alle Gemeindemitglieder zu schaffen. Er drückte sein Mitgefühl für die Opfer und Überlebenden des Missbrauchs aus und bekräftigte seine Absicht, sie persönlich zu treffen.
Er räumte ein, dass die Bemühungen zur Verbesserung der Schutzmaßnahmen trotz seiner fast zwölfjährigen Amtszeit mit Herausforderungen verbunden waren, und überließ es anderen, die bislang erzielten Fortschritte zu bewerten.
Abschließend bat Welby um Gebete für seine Familie und dankte für ihre unerschütterliche Unterstützung während seiner gesamten Amtszeit. Er betonte, dass sein Rücktritt letztlich im besten Interesse der Kirche sei, die er zutiefst liebt.
Die Forderungen nach Rechenschaftspflicht gehen über Welby hinaus weiter; auch Bischof Barry Hill geriet unter Druck, nachdem er sich für sein Versäumnis entschuldigt hatte, hinsichtlich der Missbrauchsvorwürfe entschiedene Maßnahmen zu ergreifen.
Blick in die Zukunft
Mit dem Ende von Justin Welbys Amtszeit steht die Church of England vor einem Wendepunkt in ihrer Geschichte. Die systemischen Probleme, die in jüngsten Untersuchungen ans Licht gekommen sind, haben Diskussionen darüber ausgelöst, wie Glaubensgemeinschaften ihre Mitglieder besser schützen und künftig für Transparenz sorgen können.
Der Weg zur Heilung bleibt weiterhin anspruchsvoll, doch mit einer erneuten Konzentration auf Verantwortlichkeit und Reformen besteht Hoffnung auf eine sicherere und mitfühlendere Zukunft innerhalb der Kirche.