Missbrauchsskandal: Erzbischof Welby steht unter Rücktrittsdruck

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  • 12 November 2024
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Rücktrittsforderungen für Erzbischof angesichts von Missbrauchsvorwürfen

In einem eindrucksvollen Aufruf zur Rechenschaft hat der Überlebende Andrew Morse den Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, zum Rücktritt aufgefordert, nachdem Enthüllungen über den Umgang der Church of England mit den Missbrauchsvorwürfen gegen John Smyth ans Licht gekommen waren. Morse, der in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren vier Jahre lang unter dem Missbrauch durch Smyth litt, drückte seine Frustration über Welbys Untätigkeit aus, nachdem er 2013 von dem Missbrauch erfahren hatte. Diese Situation wirft ernste Fragen über die Führung und institutionelle Verantwortung innerhalb der Kirche auf.

Hintergrund zu den Missbrauchsvorwürfen

Morses Aussage wirft Licht auf die verstörende Vergangenheit von Smyth, einem britischen Rechtsanwalt, der Morse während seines Studiums am Winchester College kennenlernte. Laut Morse übte Smyth durch Manipulation und körperliche Gewalt Kontrolle über schutzbedürftige Jungen aus. Er beschrieb Smyth als „Predator“, der sich unter dem Deckmantel der Mentorschaft in das Leben junger Jungen einschlich.

Morse dachte über seine Erfahrungen nach und erklärte, dass Smyth Konzepte von Sünde und Reue einführte, die in extremer körperlicher Bestrafung gipfelten, die er als „spezielle Prügel“ bezeichnete. Diese brutale Behandlung zwang Morse, sich mit seinem Trauma auseinanderzusetzen und Hilfe bei den Kirchenführern zu suchen, nur um auf Schweigen zu stoßen. Eine unabhängige Untersuchung unter der Leitung von Keith Makin ergab, dass Kirchenvertreter bereits im Jahr 2013 von Smyths missbräuchlichem Verhalten wussten, es jedoch nicht den Strafverfolgungsbehörden meldeten. Die Ergebnisse zeigten, dass mehrere Gelegenheiten verpasst wurden, die Behörden zu informieren, was es Smyth letztendlich ermöglichte, sich der Justiz zu entziehen und seine missbräuchlichen Praktiken im Ausland fortzusetzen.

Institutionelle Rechenschaftspflicht

Der Makin-Bericht kritisierte hochrangige Kirchenvertreter für ihre mangelnde Neugier hinsichtlich der Vorwürfe und ihre Tendenz, die Schwere der Situation herunterzuspielen. Obwohl seit den 1980er Jahren zahlreiche Beweise vorlagen, ergriffen die Kirchenführer erst dann die entsprechenden Maßnahmen, als der öffentliche Druck nach den investigativen Berichten von Channel 4 News im Jahr 2017 zunahm. Morse glaubt, dass dieses Versagen über individuelle Nachlässigkeit hinausgeht; er argumentiert, dass es sich um eine systematische Vertuschung innerhalb der Kirche handelt. Er betonte, dass es die externe Medienbeobachtung – und nicht interne kirchliche Aktionen – war, die schließlich eine legitime polizeiliche Untersuchung von Smyths Verbrechen auslöste. Während die Forderungen nach Welbys Rücktritt immer lauter werden – auch von Bischöfin Helen Ann Hartley – hat Lambeth Palace unmissverständlich erklärt, dass Welby nicht die Absicht habe, zurückzutreten. Sie bekräftigten sein Entsetzen über Smyths Vorgehen und behaupteten, er habe vor 2013 keine Kenntnis von irgendwelchen Anschuldigungen. Mit Blick auf die Zukunft meint Morse, dass Welbys Rücktritt ein entscheidender Moment sein könnte, um vergangene Versäumnisse einzugestehen und Solidarität mit Missbrauchsopfern zu zeigen. Der anhaltende Diskurs um diese Ereignisse spiegelt umfassendere Fragen der Verantwortlichkeit innerhalb religiöser Institutionen wider und erfordert eine Neubewertung der Art und Weise, wie solche Organisationen mit Vorwürfen von Fehlverhalten umgehen. Angesichts dieser Entwicklungen fragen sich viele, ob es innerhalb der Kirche zu substanziellen Veränderungen kommen kann oder ob sie weiterhin mit ihrem beunruhigenden Erbe zu kämpfen haben wird.

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