Erzbischof von Canterbury tritt nach schockierendem Kindesmissbrauchsskandal zurück

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  • 12 November 2024
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Erzbischof von Canterbury tritt nach Kindesmissbrauchsskandal zurück

In einer für die Church of England bedeutsamen Entwicklung hat Justin Welby, Erzbischof von Canterbury, seinen Rücktritt angekündigt, nachdem ein beunruhigender Bericht über weitverbreiteten Kindesmissbrauch in Verbindung mit der Kirche veröffentlicht wurde. Der Bericht enthüllte, dass der 68-jährige Welby keine angemessenen Maßnahmen gegen das missbräuchliche Verhalten von John Smyth, einer prominenten Persönlichkeit aus der Kirche, ergriffen hatte.

Welbys Rücktritt erfolgt, nachdem er erkannt hat, dass er sowohl persönlich als auch institutionell die Verantwortung für die unzureichende Reaktion der Kirche auf diese schwerwiegenden Vorwürfe übernehmen muss. Der Erzbischof drückte in seiner Erklärung sein Mitgefühl für die Opfer und Überlebenden des Missbrauchs aus. Er betonte, dass seine Entscheidung die Ernsthaftigkeit widerspiegeln soll, mit der die Church of England ihre Verpflichtung betrachtet, sinnvolle Veränderungen herbeizuführen. Er erklärte: „Es ist völlig klar, dass ich persönliche und institutionelle Verantwortung übernehmen muss“, und unterstrich die Notwendigkeit eines sichereren Umfelds innerhalb der Kirche.

Hintergrundinformationen zum Missbrauch durch John Smyth

Der von Keith Makin verfasste Bericht beschreibt detailliert Smyths „sadistisches Regime“ des Missbrauchs in den 1970er und 1980er Jahren. Als Rechtsanwalt und Laienprediger leitete Smyth Sommercamps für junge Christen, in denen er schutzlose Jungen ausbeutete. Berichten zufolge missbrauchte er bis zu 30 Jungen, die er in diesen Camps kennenlernte, später zu Hause.

  • Zu Smyths Misshandlungspraktiken gehörten schwere Schläge mit einem Gartenstock.
  • Einige Opfer erlitten so schwere Verletzungen, dass sie aufgrund von Blutungen Erwachsenenwindeln benötigten.
  • Nachdem er das Vereinigte Königreich verlassen hatte, setzte Smyth angeblich sein missbräuchliches Verhalten in Simbabwe und Südafrika fort und betraf schätzungsweise 85 bis 100 weitere junge Männer im Alter von 13 bis 17. Der Bericht kritisierte die Kirchenführer dafür, dass sie Smyths Handlungen bereits 2013, als sie erstmals glaubwürdige Informationen über sein Verhalten erhielten, nicht den Strafverfolgungsbehörden gemeldet hatten.

Ruft nach Rechenschaftspflicht

Welbys Rücktritt hat zu einer intensiveren Prüfung anderer kirchlicher Amtsträger geführt. Unter anderem wurde gefordert, der Bischof von Lincoln müsse zurücktreten, nachdem er eingestanden hatte, angesichts dieser Vorwürfe keine weiteren Maßnahmen ergriffen zu haben. Während die Diskussionen um die Rechenschaftspflicht in der Church of England weitergehen, ist Welbys Abgang ein kritischer Moment für Selbstreflexion und Reformen. Die jüngsten Enthüllungen haben breitere Diskussionen über Schutzmaßnahmen und institutionelle Verantwortung innerhalb religiöser Organisationen ausgelöst. Auch künftig ist es für religiöse Institutionen zwingend erforderlich, Transparenz und Rechenschaftspflicht höchste Priorität einzuräumen, um das Vertrauen innerhalb ihrer Gemeinden wiederherzustellen und die Sicherheit aller Mitglieder zu gewährleisten.

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