Proteste in Valencia: Bürger fordern Verantwortung für Überschwemmungen

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  • 10 November 2024
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In Valencia kommt es zu Protesten gegen Hochwasserschutz

Zehntausende Einwohner Valencias sind auf die Straße gegangen, um ihre Empörung über den Umgang der Regierung mit den verheerenden Überschwemmungen auszudrücken, bei denen mehr als 200 Menschen ums Leben kamen. Die Proteste, die am Samstagabend begannen, rücken die Forderung nach Rechenschaftspflicht in den Vordergrund, insbesondere der Rücktritt des Regionalchefs Carlos Mazón. Die Demonstranten brachten ihre Frustration mit Sprechgesängen zum Ausdruck, die die vermeintliche Nachlässigkeit der lokalen Behörden während der Krise hervorhoben.

Überschwemmungskrise und öffentliche Empörung

Die katastrophalen Überschwemmungen im Oktober waren auf sintflutartige Regenfälle in Valencia und den umliegenden Provinzen zurückzuführen. 80 Menschen werden noch immer vermisst. Demonstranten warfen den örtlichen Behörden vor, sie hätten viel zu spät Hochwasserwarnungen herausgegeben und damit die Tragödie noch verschärft.

Laut Anna Oliver, einer der Organisatorinnen der Proteste, herrscht weitverbreitete Empörung über das ihrer Ansicht nach schlechte Katastrophenmanagement, das zu tiefgreifenden Folgen für das Leben vieler Menschen geführt hat. Als die Spannungen während der Demonstrationen eskalierten, kam es zu Konfrontationen zwischen Demonstranten und der Polizei. Bilder vom Schauplatz zeigen das mit Schlamm befleckte Rathaus von Valencia, während Berichten zufolge einige Demonstranten Stühle und andere Gegenstände warfen. Die Stadtverwaltung verurteilte diese Akte des Vandalismus. Bürgermeisterin María José Catalá teilte in den sozialen Medien Bilder von zerbrochenen Fenstern und ein Video von einem Brand. Sie stellte klar, dass „Vandalismus keine Lösung“ für die Behebung von Missständen sei.

Reaktion und Rechenschaftspflicht der Regierung

Mazón, Vertreter der konservativen Volkspartei, verteidigte die Reaktion seiner Regierung mit der Behauptung, sein Team sei von der Zentralregierung unzureichend über die drohende Katastrophe informiert worden. Er betonte, dass die Schwere der Überschwemmung unerwartet gewesen sei. Während Spaniens Wetterdienst ab dem 25. Oktober Sturmwarnungen herausgab, warnten die örtlichen Behörden die Einwohner erst Stunden nach Beginn der Überschwemmungen per Mobiltelefon. Die örtliche Notfallberaterin gab später zu, dass sie nichts von einem Telefonwarnsystem für solche Notfälle gewusst hatte. Berichten zufolge war Mazón zu Beginn der Überschwemmungen mit einem Journalisten zu Mittag essen und beteiligte sich erst viel später am Tag an der Koordinierung der Nothilfe. Die wachsende öffentliche Wut über diesen Vorfall macht deutlich, dass es auf regionaler und nationaler Ebene systemische Probleme bei der Katastrophenvorsorge und -reaktion gibt. Da der Klimawandel zu immer extremeren Wetterlagen beiträgt, ist es für die Behörden von entscheidender Bedeutung, ihre Strategien zu verbessern, um gefährdete Gemeinschaften vor zukünftigen Katastrophen zu schützen. In dieser andauernden Krise suchen die Bürger Valencias weiterhin nach Antworten und einer stärkeren Verantwortung ihrer Politiker, während sie sich inmitten anhaltender Herausforderungen mit den Wiederaufbaubemühungen auseinandersetzen.

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