Ein Aufruf zum Handeln gegen Rassismus: Die Wiedergeburt von Love Music Hate Racism
Fast fünf Jahrzehnte sind vergangen, seit die Diskussion über Rassismus in Großbritannien begann, doch die jüngsten Ereignisse haben bei vielen schmerzhafte Erinnerungen wachgerufen. Lynval Golding, Gründungsmitglied von The Specials, drückte seine Frustration über die Unruhen dieses Sommers aus, die ihn an seine Erfahrungen in Coventry in den 1970er und 1980er Jahren erinnerten. Angesichts der zunehmenden Gewalt, die durch Fehlinformationen und einwanderungsfeindliche Stimmungen angeheizt wird, steht die Kampagne Love Music Hate Racism (LMHR) vor einem Neustart, der an ihre Vorgängerkampagne Rock Against Racism (RAR) erinnert, die einst Musik mit einer politischen Botschaft verband.
Die Wurzeln des Rassismus verstehen
Der Relaunch des LMHR fällt mit einem ergreifenden Ereignis an diesem Samstag in Coventry zusammen, bei dem lokale Bands vor dem Hintergrund einer Stadt auftreten, die von ihrer Geschichte rassistischer Gewalt heimgesucht wird.
Golding stellte die Frage, wie Einzelne in einen Zustand geraten könnten, in dem sie Gewalttaten gegen andere begehen.
In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren erlebte Großbritannien einen alarmierenden Anstieg der Rassenintoleranz. Allein in Coventry kam es innerhalb von nur fünf Monaten zu zwei rassistischen Morden und zahlreichen gewalttätigen Zwischenfällen. Diese Tragödien veranlassten lokale Aktivisten, Gruppen wie das Coventry Committee Against Racism (CCAR) zu gründen.
Dr. Nirmal Puwar von der Goldsmiths University betonte, dass das Aufwachsen in Coventry bedeutete, ständig auf der Hut vor grassierendem Rassismus zu sein. Sie erinnerte sich daran, wie Feindseligkeit die täglichen Aktivitäten und Interaktionen beeinflusste. Co-Autorin Jitey Samra illustrierte dieses Klima der Angst weiter, indem sie ihre Erfahrungen mit offenem Rassismus schilderte, der in ihrer Jugend zur Normalität wurde.
Die Macht der Musik im Aktivismus
Trotz seiner eigenen traumatischen Erfahrungen mit rassistischer Gewalt, darunter ein beinahe tödlicher Messerangriff, hat Golding seine Plattform genutzt, um sich mit seiner Musik für den Kampf gegen Rassismus einzusetzen. Sein Song „Why?“ reflektiert diese schmerzhaften Erinnerungen und ist ein Beweis für Widerstandskraft.
Herr Dixon stellte fest, dass frühere Bewegungen wie RAR den Rassismus in den Schatten der Gesellschaft gedrängt hätten, wo er „unmodern“ geworden sei.
Das bevorstehende Konzert am 9. November im LTB soll diesen kulturellen Kampf gegen Rassismus durch Musik wiederbeleben. Lokale Musiker wie Ace Ambrose betonen, dass Musik eine universelle Sprache ist, die verschiedene Gemeinschaften vereinen kann.
Wie Golding sagte, ist es nicht falsch, Liebe und Einheit durch Kunst zu fördern. Der Relaunch von LMHR dient nicht nur als Erinnerung an vergangene Kämpfe, sondern auch als Gelegenheit für Künstler, heute gegen Rassismus Stellung zu beziehen.
Während die Gesellschaft in ganz Europa mit einem besorgniserregenden Wiederaufleben rechtsextremistischer Ideologien zu kämpfen hat, sind Bewegungen wie LMHR wichtiger denn je, wenn es darum geht, Einheit zu fördern und Hass durch kulturellen Ausdruck zu bekämpfen.