Identitätsfindung im ländlichen Wales: Junge Stimmen erheben sich
Nyarais Reise von den geschäftigen Straßen Londons in die ruhige Landschaft von Carmarthenshire, wo sie erst 18 Jahre alt ist, spiegelt eine umfassendere Geschichte junger Menschen wider, die in überwiegend weißen Gegenden mit ihrer Identität ringen. Als sie mit 13 Jahren umzog, spürte Nyarai schnell die starken Unterschiede zwischen ihrem neuen Zuhause und ihrer bisherigen städtischen Umgebung, was dazu führte, dass sie nach Anschluss und Verständnis unter Gleichaltrigen suchte.
Gemeinschaft finden durch Ermächtigung
Nyarai engagierte sich bei Llwy Gariad, einer Gruppe bei SpanArts in Pembrokeshire, die sich dafür einsetzt, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Identität auszudrücken. Projektkoordinatorin Molara Anwen betonte die Notwendigkeit von Antirassismus-Initiativen in ländlichen Gebieten und argumentierte, dass diese Gemeinschaften oft genauso viel Unterstützung benötigen wie städtische Gebiete.
„Es ist ein Irrtum, dass die Arbeit gegen Rassismus auf die Städte beschränkt sein sollte. Auch ländliche Gebiete stehen vor erheblichen Herausforderungen“, stellte Molara fest.
Die walisische Regierung hat kürzlich ihren Aktionsplan gegen Rassismus aktualisiert und stützt sich dabei auf Erkenntnisse aus einem Bericht von 2022. Die Volkszählung von 2021 ergab jedoch, dass sich nur 0,9 % der Einwohner von Pembrokeshire als gemischte oder mehrere ethnische Gruppen identifizierten, was die Notwendigkeit integrativerer Programme in diesen weniger vielfältigen Regionen unterstreicht.
Nyarai erinnert sich an ihren Umzug als entmutigend; eine Stadt zu verlassen, in der Vielfalt die Norm war, war eine Herausforderung. Sie sprach von Gefühlen der Isolation und gab an, dass sie sich unter ihren Klassenkameraden oft fehl am Platz fühlte. Begriffe wie „exotisch“ waren ungewohnt und unterstrichen ihr Gefühl der Andersartigkeit.
„In der Schule wurde mir bewusst, wie besonders ich bin, aber ich habe auch gelernt, dass es auch etwas Positives sein kann, anders zu sein“, reflektiert sie.
Sichere Räume für den Dialog schaffen
Nyarais Engagement bei We Move, einer Jugendinitiative zur Unterstützung schwarzer Kinder und Jugendlicher, hat sich als transformativ erwiesen. Das von Children in Need finanzierte Programm bietet verschiedene Aktivitäten und fördert die Verbindung zwischen Teilnehmern, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Indigo Young, eine weitere Teilnehmerin aus Whitland, schloss sich Nyarais Ansichten über die Bedeutung der Gemeinschaft an. Sie betonte, wie wichtig es für junge Menschen sei, Erfahrungen mit Rassismus in sicheren Räumen zu besprechen, in denen sie sich verstanden fühlen.
„Um Ihre Erfahrungen zu bestätigen, ist es entscheidend, mit Gleichgesinnten zu sprechen, die so aussehen wie Sie“, teilte Indigo mit.
Sowohl Indigo als auch Nyarai werden am 15. November an einer landesweiten Chorveranstaltung für Children in Need in Großbritannien teilnehmen, wo sie ihr Talent unter Beweis stellen und gleichzeitig ihr Zugehörigkeitsgefühl innerhalb dieser Gemeinschaften stärken.
Während diese jungen Menschen im ländlichen Wales weiterhin ihre Identität finden, kämpfen sie in ihren Gemeinden für Bewusstsein und Respekt. Ihre Geschichten spiegeln nicht nur persönliches Wachstum wider, sondern sind auch ein dringender Aufruf zu einer breiteren gesellschaftlichen Anerkennung der Bedeutung von Vielfalt – auch in weniger vielfältigen Gebieten.
Der bevorstehende Auftritt auf BBC One ist eine Erinnerung daran, dass Stimmen aller Herkunft es verdienen, gehört und gefeiert zu werden.