Trumps geplante Zölle könnten Großbritanniens Wirtschaft und Exporte schädigen

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  • 08 November 2024
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Mögliche wirtschaftliche Folgen der vorgeschlagenen Zölle

Das Vereinigte Königreich steht vor einer großen wirtschaftlichen Herausforderung, wenn Donald Trump mit seinem Vorschlag weitermacht, einen 20%igen Zoll auf alle Importe in die Vereinigten Staaten zu erheben. Eine aktuelle Analyse des Centre for Inclusive Trade Policy (CITP) der University of Sussex legt nahe, dass ein solcher Schritt zu einem Rückgang der britischen Exporte um 22 Milliarden Pfund führen könnte. Dieser potenzielle Rückgang bedroht nicht nur den direkten Handel zwischen Großbritannien und den USA, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Dynamik des Welthandels.

Auswirkungen auf Schlüsselsektoren

Ökonomen gehen davon aus, dass die britischen Exporte um über 2,6 % zurückgehen könnten, was hauptsächlich auf den geringeren Handel mit den USA und die daraus resultierenden weltweiten Auswirkungen zurückzuführen ist. Der erwartete Handelsrückgang könnte zu einem jährlichen Verlust von 0,8 % der gesamten britischen Wirtschaftsleistung führen.

Der Forscher Nicolo Tamberi betonte, dass Trumps aggressive Haltung zwar als Verhandlungstaktik dienen könne, das Risiko der Einführung dieser Zölle jedoch weiterhin real bleibe. Zu den Sektoren, die von den vorgeschlagenen Zöllen am stärksten betroffen sind, gehören:

  • Angeln
  • Erdöl
  • Bergbau In diesen Branchen könnte es zu Exportrückgängen von fast 20 % kommen. Darüber hinaus wird erwartet, dass auch Branchen wie die Pharma- und Elektroindustrie vor Herausforderungen stehen. Auch Unternehmen, die keine Waren direkt exportieren, könnten negative Auswirkungen zu spüren bekommen. So werden Transportdienstleister, die stark von starken Handelsströmen abhängig sind, die Auswirkungen wahrscheinlich zu spüren bekommen. Auch Versicherungs- und Finanzunternehmen, die den Warenhandel unterstützen, könnten von negativen Auswirkungen betroffen sein. Für einige Branchen ergeben sich aus diesen Veränderungen jedoch möglicherweise auch Chancen. Wenn Trumps Zölle die chinesischen Importe deutlich einschränken, könnten Branchen wie die Textil- und Bekleidungsindustrie von einem geringeren Wettbewerb profitieren.

Das Ausmaß möglicher Zollerhöhungen unter Trump bleibt ungewiss. Einige Diplomaten deuten an, dass moderatere Zölle für US-Verbündete in Betracht gezogen werden könnten. Dennoch ist Trumps wichtigster Handelsberater Robert Lighthizer für seine entschiedene Befürwortung einer aggressiven Zollpolitik bekannt. Britische Politiker sind sich dieser Dynamik durchaus bewusst. Außenminister David Lammy betonte kürzlich, wie wichtig es sei, den USA klarzumachen, dass die Schädigung enger Verbündeter ihren langfristigen Interessen schade. Lord Darroch, ehemaliger britischer Botschafter in den USA, äußerte sich dagegen skeptisch, was die Verharmlosung der mit Trumps Zollstrategien verbundenen Risiken angeht. Während die Diskussionen unter britischen Politikern wie der britischen Finanzministerin Rachel Reeves und dem Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, für den Freihandel anhalten, steht Großbritannien vor komplexen Entscheidungen: Soll es einen Nebendeal mit der Trump-Regierung anstreben oder sich mit anderen westlichen Verbündeten zusammenschließen, um zu zeigen, dass auch amerikanische Exporteure unter einer solchen Politik leiden würden? In diesem sich entwickelnden Umfeld wird der Ansatz Großbritanniens von entscheidender Bedeutung sein, um mögliche wirtschaftliche Folgen abzumildern und gleichzeitig wichtige internationale Beziehungen aufrechtzuerhalten.

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