Steigende Nachfrage nach Prüfungsunterstützung in England
Die Bildungslandschaft in England entwickelt sich weiter, und die Zahl der Schüler, die während der Prüfungen zusätzliche Unterstützung suchen, ist in einem beispiellosen Ausmaß gestiegen. Aktuelle Zahlen der Prüfungsaufsichtsbehörde Ofqual zeigen, dass Schulen und Hochschulen im vergangenen Jahr 625.000 Anpassungen an GCSE-, AS- und A-Level-Prüfungen vorgenommen haben. Dieser Anstieg stellt Bildungseinrichtungen vor erhebliche logistische Herausforderungen, da sie versuchen, den vielfältigen Bedürfnissen ihrer Schüler gerecht zu werden.
Auswirkungen von Zugangsregelungen
Die zunehmenden Zugangsregelungen sind im ganzen Land spürbar. Hannah, eine 17-jährige Schülerin am Leeds Sixth Form College, litt beispielsweise während ihrer ersten Prüfungen unter lähmender Angst und Panikattacken. Nachdem bei ihr Legasthenie diagnostiziert wurde und sie von ihrer Schule maßgeschneiderte Unterstützung erhielt, ging es ihr deutlich besser. Mit Anpassungen wie 50 % mehr Zeit und auf blauem Papier ausgedruckten Prüfungen hat Hannah nun eine deutliche Verbesserung ihrer Prüfungserfahrung festgestellt.
Die Zunahme der Zugangsregelungen – ein Anstieg von 12,3 % gegenüber dem Vorjahr – hat den akademischen Werdegang vieler Studenten verändert. In nur drei Jahren ist die Gesamtzahl der genehmigten Anpassungen um 39,6 % gestiegen, was ein wachsendes Bewusstsein für Neurodiversität unter Studenten unterstreicht.
Um sich für diese Regelungen zu qualifizieren, müssen die Schulen den Gutachtern, die die Bedürfnisse jedes einzelnen Schülers ermitteln, detaillierte Nachweise vorlegen. Während einige möglicherweise nur eine Anpassung benötigen, können andere von mehreren Anpassungen profitieren.
Die Bildungspsychologin Dr. Patricia Britto führt diesen Trend auf verbesserte Diagnoseinstrumente zur Identifizierung neurodiverser Bedürfnisse wie ADHS und Autismus zurück. Sie betont jedoch, dass viele Kinder noch weitere Unterstützung benötigen, um schulisch erfolgreich zu sein.
Herausforderungen für Bildungseinrichtungen
Da Zugangsregelungen immer üblicher werden, haben die Institutionen mit den damit verbundenen Kosten und logistischen Anforderungen zu kämpfen. Martin Stables vom Leeds City College stellt fest, dass fast 38 % ihrer Studenten jetzt individuelle Prüfungsvereinbarungen erhalten. Diese Unterstützung erfordert oft die Anmietung zusätzlicher Räumlichkeiten wie Gemeindezentren oder Freizeiteinrichtungen, um alle Studenten unterzubringen.
„Die Kosten dafür müssen von der Hochschule selbst getragen werden“, erklärt Stables. Diese Belastung wird durch Personalmangel noch verschärft; viele Hochschulen stellen zusätzliche Aufsichtspersonen ein, um die gestiegene Nachfrage nach kleineren Prüfungsformaten zu bewältigen.
Trotz dieser Herausforderungen betonen Fachleute wie Barry Wheller, welche lebensverändernden Auswirkungen eine angemessene Unterstützung auf das akademische Leben der Schüler haben kann. Während sich Bildungseinrichtungen anpassen, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist es klar, dass die Förderung eines integrativen Umfelds für Pädagogen in ganz England weiterhin eine Priorität bleibt.
Mit Blick auf die Zukunft wird es für Schulen und Hochschulen von entscheidender Bedeutung sein, die Ressourcenzuweisung mit den steigenden Bedürfnissen der Schüler in Einklang zu bringen und gleichzeitig weiterhin wirksame Unterstützungssysteme zu implementieren, die den Erfolg aller Lernenden fördern.