Steph Houghton: Eine Pionierin im Frauenfußball
Steph Houghton, die stolz auf 121 Einsätze für die englische Nationalmannschaft zurückblicken kann, hat während ihrer glanzvollen Karriere den Frauenfußball nachhaltig geprägt. Als Kapitänin von 2014 bis 2021 hat Houghton nicht nur auf dem Platz brilliert, sondern sich auch als wichtige Stimme für die Gleichstellung der Geschlechter im Sport erwiesen.
Houghtons Reise begann 2010, als sie zu Arsenal wechselte, einem Verein, der für seine Erfolge im Frauenfußball bekannt ist. Damals betrug ihr Gehalt gerade einmal 4.000 Pfund pro Jahr, das sich später durch Boni und zusätzliche Aufgaben wie das Traineramt auf 9.000 Pfund erhöhte. Als sie über ihre finanziellen Schwierigkeiten in London nachdachte, bemerkte sie, dass es trotz der Übernahme ihrer Wohnkosten durch den Verein schwierig war, über die Runden zu kommen.
Houghton gab zu, dass ihre Erziehung in einer Arbeiterfamilie aus South Hetton ihre Einstellung zum Geld geprägt hat. Sie war eher von dem Wunsch motiviert, Trophäen zu gewinnen und sich im englischen Team zu etablieren, als von dem Streben nach finanziellem Gewinn.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich Houghton zu einer einflussreichen Persönlichkeit, die für bessere Bezahlung und Bedingungen für Sportlerinnen kämpfte. Ihre Autobiografie „Leading From The Back“ beleuchtet diese Kämpfe und die bedeutenden Veränderungen, die seit ihren Anfängen im Sport stattgefunden haben. Viele der heutigen Spitzenspieler verdienen beträchtliche Gehälter – einige erreichen Berichten zufolge Hunderttausende pro Jahr.
Eine Karriere, die von Führung und Belastbarkeit geprägt ist
Unter Houghtons Kapitänschaft erreichte England bemerkenswerte Meilensteine, darunter Halbfinalteilnahmen bei der WM 2015, EM 2017 und WM 2019. Ihre Karriere wurde jedoch durch Verletzungen beeinträchtigt, die sie an wichtigen Turnieren wie der EM 2022 und der darauffolgenden WM hinderten. Als sie ihren Teamkolleginnen von zu Hause aus beim Wettkampf zusah, löste dies gemischte Gefühle aus, aber Houghton blieb stolz auf ihre Leistungen.
Als sie sich im Alter von 35 Jahren darauf vorbereitete, am Ende der Saison 2023/24 ihre Karriere zu beenden, erinnerte sie sich an ein Gespräch mit Cheftrainerin Sarina Wiegman, das einen ergreifenden Moment in ihrer Karriere markierte. Ihren Ausschluss aus der Nationalmannschaft zu akzeptieren, war nicht leicht, aber notwendig, da sie über ihre Zukunft jenseits des Fußballs nachdachte.
Blick nach vorn: Familie und Neuanfänge
Seit sie sich vom Wettkampfsport zurückgezogen hat, ist Houghton als Kommentatorin tätig und hat gleichzeitig das Familienleben mit ihrem Ehemann Stephen Darby, der an der Motoneuron-Krankheit (MND) leidet, in den Vordergrund gestellt. Das Paar erwägt, eine eigene Familie zu gründen und schöpft in schwierigen Zeiten Kraft aus seinem unterstützenden Netzwerk.
Bei der Diskussion ihrer Pläne für die Zukunft betonte Houghton, wie wichtig es sei, auch in schwierigen Zeiten einen Tag nach dem anderen zu nehmen.
Während der Frauenfußball weltweit immer mehr an Bedeutung und Anerkennung gewinnt, dient Houghtons Vermächtnis sowohl als Inspiration als auch als Erinnerung an den anhaltenden Kampf für Gleichberechtigung im Sport. Ihr Werdegang zeigt, wie persönliche Herausforderungen das berufliche Wachstum und den Einsatz für zukünftige Generationen fördern können.