Inflationsrate in Großbritannien sinkt auf historischen Tiefstand von 1,7 %

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  • 07 November 2024
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Inflationsrate in Großbritannien erreicht neuen Tiefstand

Die britische Inflationsrate hat für das Jahr bis September 2024 1,7 % erreicht und damit den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Diese Entwicklung erfolgt, während die Bank of England ihre Bemühungen zur Kontrolle der Inflation fortsetzt, die sie bei 2 % halten will. Um dieses Ziel zu erreichen, passt die Bank die Zinssätze an und hat sie kürzlich im November 2024 auf 4,75 % gesenkt – ihre zweite Senkung in diesem Jahr.

Inflationsdynamik verstehen

Die Inflation stellt den Preisanstieg im Laufe der Zeit dar. Wenn beispielsweise eine Flasche Milch in einem Jahr 1 Pfund und im nächsten Jahr 1,05 Pfund kostet, entspricht dies einer jährlichen Inflationsrate für Milch von 5 %. Das Office for National Statistics (ONS) verfolgt Preisänderungen verschiedener Alltagsgegenstände anhand eines „Warenkorbs“, der aktualisiert wird, um Einkaufstrends widerzuspiegeln; zu den jüngsten Neuzugängen gehören Schallplatten und Heißluftfritteusen. Der wichtigste Indikator für die Inflation ist der Verbraucherpreisindex (VPI). Der VPI für September verzeichnete einen Rückgang gegenüber 2,2 % im August, was hauptsächlich auf sinkende Flugpreise und Benzinpreise zurückzuführen ist. Diese jüngste Zahl wird sich auf zahlreiche Leistungszahlungen auswirken, die im April 2025 erhöht werden sollen, obwohl die staatlichen Renten im Rahmen des Dreifach-Sperrsystems um 4,1 % steigen werden.

Die sinkende Inflationsrate spiegelt einen deutlichen Rückgang seit ihrem Höchststand von 11,1 % im Oktober 2022 wider. Grund dafür sind die steigenden Energiepreise nach COVID und geopolitische Spannungen, die sich auf die Gasversorgung auswirken. Trotz dieses Rückgangs muss man feststellen, dass die Preise weiterhin steigen; sie steigen nur langsamer. Hohe Lebensmittelpreise sind ein dauerhafter Faktor, der dazu beiträgt, dass die Inflationsrate das Ziel der Bank übersteigt.

Ökonomische Auswirkungen von Zinsanpassungen

Die Bank of England setzt Zinsanpassungen als Instrument zur Inflationskontrolle ein. Als Reaktion auf die steigenden Zinsen, die ihr Ziel überstiegen, wurden die Zinsen auf 5,25% angehoben, ein Niveau, das seit 16 Jahren nicht mehr erreicht wurde. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Ausgaben zu senken, indem Kredite teurer werden, und gleichzeitig das Sparen zu fördern. Allerdings können solche Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben:

  • Höhere Hypothekenrückzahlungen können Eigenheimbesitzer belasten.
  • Unternehmen könnten ihre Kreditaufnahme reduzieren und so die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern.
  • Erhöhte Kosten können zu höheren Preisen für die Verbraucher führen. Im November 2024 deutete Gouverneur Andrew Bailey an, dass es zu weiteren Kürzungen kommen könnte, mahnte jedoch zu Vorsicht hinsichtlich rascher Zinssenkungen. Mit Blick auf die Zukunft ist zwar in vielen Regionen ein Rückgang der Inflation zu verzeichnen – in der Eurozone ist die Inflationsrate beispielsweise auf 1,8 Prozent gesunken –, doch der Internationale Währungsfonds warnt, dass eine anhaltende Inflation in vielen Volkswirtschaften über einen längeren Zeitraum höhere Zinssätze erforderlich machen könnte. Angesichts der sich ständig weiterentwickelnden globalen Wirtschaftslage ist die Beobachtung dieser Trends für politische Entscheidungsträger und Verbraucher von entscheidender Bedeutung, da sie sich in der sich ändernden Preis- und Zinslandschaft zurechtfinden müssen.

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