Im Fall Sara Sharif tauchen Vorwürfe auf
In einer erschütternden Enthüllung vor Gericht wurde einer Stiefmutter vorgeworfen, ihrer Stieftochter als Strafe die Hände mit Klebeband gefesselt zu haben. Diese schockierende Aussage ist Teil des laufenden Prozesses zum tragischen Tod der 10-jährigen Sara Sharif, deren Leiche im August 2023 im Haus ihrer Familie in Woking, Surrey, entdeckt wurde. Der Fall hat aufgrund der verstörenden Natur der Anschuldigungen erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit erregt.
Einzelheiten zum Vorfall
Während der Verhandlung im Old Bailey berichtete Saras Vater Urfan Sharif, wie er bei seiner unerwarteten Heimkehr seine Tochter in einem verzweifelten Zustand vorgefunden hatte. Er beschrieb Sara als „verängstigt“ und ihre Hände mit Klebeband gefesselt. Er bemerkte, dass seine Frau Beinash Batool von seiner Ankunft während dieses beunruhigenden Vorfalls, der sich Wochen vor Saras Tod ereignete, überrascht schien.
Herr Sharif erzählte, dass Batool behauptete, sie habe Sara die Hände gefesselt, weil sie „unartig“ gewesen sei. Sie gab an, dies habe sie daran hindern sollen, sich selbst zu verletzen. Diese Aussage löste eine sofortige Reaktion von Herrn Sharif aus, der seiner Wut Ausdruck verlieh und seiner Tochter zu Hilfe eilte.
Herr Sharif erwähnte auch, dass Batool sich entschuldigte und versprach, ihre Taten nicht zu wiederholen. Er bezeichnete ihr Verhalten jedoch als manipulativ und behauptete weiter, dass sie Sara häufig für verschiedene Missgeschicke im Haushalt verantwortlich machte.
Laufende Gerichtsverfahren
Die Staatsanwaltschaft zeichnete ein düsteres Bild von Saras letzten Tagen und behauptete, dass es über mehrere Jahre hinweg zu Misshandlungen gekommen sei. Vor Gericht vorgelegte Beweise zeigten, dass Sara vor ihrem Tod am 8. August 2023 schwere Verletzungen erlitten hatte. Eine Obduktion ergab zahlreiche Anzeichen von Traumata, darunter wahrscheinliche menschliche Bissspuren und Anzeichen von Verbrennungen.
Staatsanwalt Bill Emlyn Jones KC wies auf die Entdeckung mehrerer belastender Gegenstände in der Nähe des Toilettenhäuschens der Familie hin, darunter ein blutbefleckter Cricketschläger und ein Nudelholz mit Saras DNA. Nach ihrem Tod flohen Herr Sharif und seine Familie Berichten zufolge innerhalb weniger Tage nach Islamabad, was die Ermittlungen weiter erschwerte.
Als Teil ihrer Verteidigungsstrategie haben sowohl Herr Sharif als auch sein Onkel Faisal Malik alle Anklagepunkte im Zusammenhang mit Mord und Kindesgefährdung zurückgewiesen. Der Prozess wird fortgesetzt, während die Geschworenen Beweise und Zeugenaussagen sichten, um die Wahrheit hinter diesem tragischen Fall ans Licht zu bringen.
Angesichts dieser Entwicklungen ist es für die Justizbehörden weiterhin von entscheidender Bedeutung, alle Aspekte von Saras Leben und frühem Tod gründlich zu untersuchen, um Gerechtigkeit zu gewährleisten und künftige Tragödien mit gefährdeten Kindern zu verhindern.