Powell bleibt trotz Spekulationen über politischen Druck standhaft
Während die Spekulationen über die Zukunft des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, angesichts der bevorstehenden Präsidentschaft Donald Trumps zunehmen, hat Powell klargestellt, dass er beabsichtigt, in seinem Amt zu bleiben. Auf einer kürzlichen Pressekonferenz versicherte er, dass er nicht zurücktreten werde, selbst wenn Trump ihn darum bittet, und betonte, dass eine solche Maßnahme „gesetzlich nicht zulässig“ sei. Diese Aussage folgt auf die Entscheidung, den Leitzins der Fed auf einen Bereich von 4,5 % - 4,75 % zu senken, was die laufenden Anpassungen der Geldpolitik widerspiegelt.
Wirtschaftliche Unsicherheit und Zinssätze
Ökonomen haben mit weiteren Senkungen der Kreditkosten gerechnet; allerdings besteht Unsicherheit darüber, wie sich Trumps geplante Maßnahmen – darunter Steuersenkungen, Einwanderungsreformen und Zölle – auf die Inflation und die Staatsverschuldung auswirken könnten. Tatsächlich sind die Zinsen für US-Schulden diese Woche stark angestiegen, da Analysten Bedenken hinsichtlich dieser möglichen fiskalischen Änderungen äußerten.
Am Donnerstag räumte Powell ein, dass es noch zu früh sei, um vorherzusagen, wie sich die Pläne der neuen Regierung auf die Wirtschaft oder die Reaktion der Fed auswirken könnten. Er bemerkte: „Es ist ein so frühes Stadium – wir wissen nicht, wie die Maßnahmen aussehen, wir wissen nicht, wann sie umgesetzt werden“, und bekräftigte damit, dass die aktuellen Wahlergebnisse keinen Einfluss auf unmittelbare politische Entscheidungen haben werden.
Powells Amtszeit verlief nicht ohne Herausforderungen. Er wurde 2017 von Trump ernannt, wurde später jedoch häufig Ziel der Kritik des ehemaligen Präsidenten, der Fed-Vertreter öffentlich verunglimpfte und erwog, Powell ganz zu entlassen. Jüngste Berichte deuteten darauf hin, dass Trumps Verbündete nach Möglichkeiten suchten, wie das Weiße Haus mehr Kontrolle über die Federal Reserve ausüben könnte.
Zwar hatte Trump zuvor erklärt, er würde Powell gestatten, seine Amtszeit bis 2026 zu Ende zu bringen, doch sein Wunsch nach Einfluss auf die Politik der Fed ist weiterhin offensichtlich.
Der Weg nach vorn für die Geldpolitik
Angesichts steigender Inflationsraten, die Mitte 2022 einen Höchststand von über 9 % erreichten, sich seit September aber bei 2,4 % stabilisierten, muss Powell sich in einem komplexen Umfeld zurechtfinden. Die Fed reagierte aggressiv mit Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation, begann jedoch im vergangenen Monat mit einer deutlichen Zinssenkung den Kurs zu ändern.
Trotz der Erwartung weiterer Zinssenkungen betonte Powell, man solle bei Prognosen über künftige Zinssenkungen aufgrund der vorherrschenden Unsicherheiten vorsichtig sein. Whitney Watson von Goldman Sachs wies auf die zu erwartenden Herausforderungen hin und meinte, dass stärkere Wirtschaftsdaten die Fed dazu veranlassen könnten, ihre Lockerungsstrategie zu verlangsamen.
Während sich sowohl die US- als auch die Weltwirtschaft auf mögliche Veränderungen durch neue Fiskalpolitiken und anhaltenden Inflationsdruck vorbereiten, könnten Millionen von Menschen erhebliche Auswirkungen auf ihre Hypotheken- und Kreditkartenzinsen haben. Die sich verändernde Landschaft unterstreicht einen kritischen Moment für die Federal Reserve, die versucht, inmitten politischer Turbulenzen Preisstabilität und Wirtschaftswachstum in Einklang zu bringen.
In Zukunft wird Powells Führungsstärke auf die Probe gestellt, wenn er diese Herausforderungen meistert und gleichzeitig dem Druck aus Washington standhaft bleibt. Wie effektiv er diese Dynamik bewältigt, wird nicht nur für die wirtschaftliche Stabilität der USA, sondern auch für die globalen Finanzmärkte insgesamt von entscheidender Bedeutung sein.