Hormonersatztherapie: Neue Erkenntnisse von NICE
Die Hormonersatztherapie (HRT) ist für viele Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden eine entscheidende Behandlung. Eine aktuelle Richtlinie des National Institute of Health and Care Excellence (NICE) gibt Klarheit über die Auswirkungen der HRT und weist darauf hin, dass sie die Lebenserwartung der behandelten Frauen nicht verändert. Diese Erkenntnis ist das Ergebnis einer sorgfältigen Überprüfung von Daten, die die HRT mit verschiedenen Gesundheitszuständen in Verbindung bringen, darunter Herzkrankheiten, Schlaganfälle, bestimmte Krebsarten und Demenz.
HRT und ihre Vorteile verstehen
Die Hormonersatztherapie funktioniert durch die Wiederauffüllung des Hormonspiegels von Östrogen und Gestagen, der mit dem Ausbleiben des Menstruationszyklus einer Frau – typischerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr – abnimmt. Die Therapie wird in verschiedenen Formen verabreicht, darunter Gele, Cremes, Tabletten und Sprays.
NICE betont, dass medizinisches Fachpersonal bei der Erörterung von Behandlungsmöglichkeiten die individuellen Umstände jeder Frau berücksichtigen muss. Die aktualisierten Leitlinien enthalten benutzerfreundliche Abbildungen, um fundierte Diskussionen zwischen Allgemeinmedizinern und Patientinnen über mögliche Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit einer Hormonersatztherapie zu erleichtern.
Ein unabhängiges Expertengremium überprüfte die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Auswirkungen einer Hormonersatztherapie auf die Gesundheit. Dr. Marie Anne Ledingham stellte fest, dass Frauen über 45, die eine kombinierte Hormonersatztherapie anwenden, im Vergleich zu Frauen, die nie eine Hormonersatztherapie angewendet haben, kein erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheiten oder Krebserkrankungen aufweisen.
Während die Daten darauf hindeuten, dass das Risiko für schwere Erkrankungen wie Herzkrankheiten oder Osteoporose nicht signifikant steigt – bei denen eine Hormonersatztherapie tatsächlich das Risiko für Knochenbrüche senkt –, gibt es bei einer längeren Anwendung einer kombinierten Hormonersatztherapie einen leichten Anstieg des Brustkrebsrisikos. Zum Beispiel:
- 59 von 1.000 Frauen, die nie eine Hormonersatztherapie anwenden, können an Brustkrebs erkranken.
- Diese Zahl steigt nach fünf Jahren kombinierter HRT-Anwendung auf 79 von 1.000.
- Nach zehn Jahren steigt die Zahl auf 92 von 1.000.
Darüber hinaus kann der Beginn einer Hormonersatztherapie nach dem 65. Lebensjahr mit einem leicht erhöhten Risiko für die Entwicklung von Demenz einhergehen; bei jüngeren Frauen ist dieses erhöhte Risiko jedoch nicht gegeben.
Der Weg nach vorn für die Wechseljahrspflege
Die NICE-Richtlinien befürworten die Integration einer kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) in die HRT als Mittel zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden wie Nachtschweiß und Schlafstörungen. Während frühere Entwürfe vorschlugen, dass die CBT die HRT vollständig ersetzen könnte – ein Vorschlag, der auf erhebliche Kritik stieß –, bekräftigt die endgültige Richtlinie, dass die HRT die primäre Behandlungsoption bleibt.
Professor Jonathan Benger vom NICE betonte das wachsende Bewusstsein hinsichtlich der Auswirkungen der Menopause auf das Leben von Frauen, merkte jedoch an, dass zusätzliche Anstrengungen erforderlich seien, um Frauen aus unterschiedlichen Verhältnissen zu unterstützen, die möglicherweise keinen Zugang zu wirksamen Behandlungen haben.
Da das Bewusstsein für die Wechseljahre immer weiter wächst, ist es für die Gesundheitssysteme von entscheidender Bedeutung, sicherzustellen, dass alle Frauen umfassende, auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Unterstützung erhalten. Mit einem besseren Verständnis und einem verbesserten Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten wie der Hormonersatztherapie können mehr Frauen diese herausfordernde Lebensphase mit Zuversicht und Selbstvertrauen meistern.