Erwartete Zinssenkungen der Bank of England
Angesichts der sich verändernden Wirtschaftslage steht die Bank of England kurz davor, eine bedeutende Änderung ihrer Zinspolitik anzukündigen. Analysten gehen allgemein davon aus, dass der Leitzins bei ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag um 12:00 Uhr GMT von 5 % auf 4,75 % gesenkt wird. Diese Entscheidung ist sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher von besonderer Bedeutung, da sie Kredite erschwinglicher machen könnte, während die Renditen für Sparer möglicherweise sinken.
Aktuelle Wirtschaftsindikatoren
Der geldpolitische Ausschuss der Bank (MPC) tritt achtmal im Jahr zusammen, um die Zinssätze zu bewerten und festzulegen. Die letzte Anpassung erfolgte im August und markierte die erste Zinssenkung seit über vier Jahren, als die Zinssätze von 5,25% auf 5% gesenkt wurden. Der jüngste Rückgang der britischen Inflationsrate auf 1,7% im September – ein unerwarteter Rückgang und der niedrigste Stand seit dreieinhalb Jahren – hat eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Erwartungen hinsichtlich einer weiteren Zinssenkung gespielt. Diese Zahl liegt unter dem Ziel der Regierung von 2% und unterstreicht die Abhängigkeit der Bank von den Zinssätzen als wichtigstes Instrument zur Kontrolle der Inflation.
Da sich das Lohnwachstum auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren verlangsamt hat, werden weitere Senkungen der Kreditkosten zunehmend wahrscheinlicher.
Bankgouverneur Andrew Bailey deutete letzten Monat an, dass die Bank bei einem anhaltend negativen Inflationstrend eine aggressivere Haltung hinsichtlich Zinssenkungen einnehmen könnte.
Auswirkungen für Kreditnehmer und Sparer
Der von der Bank festgelegte Basiszinssatz beeinflusst maßgeblich die Kreditzinsen, die von Filialbanken und Finanzinstituten angeboten werden. Aktuelle Daten zeigen, dass die Hypothekenzinsen weiterhin hoch sind; die durchschnittlichen Zinssätze liegen beispielsweise bei 5,4 % für zweijährige Festzinsverträge und 5,11 % für fünfjährige Verträge. Mehr als eine Million Kreditnehmer mit variablen und variablen Hypotheken könnten jedoch sofort von niedrigeren monatlichen Rückzahlungen profitieren, wenn die Zinssätze gesenkt werden.
Umgekehrt müssen Sparer mit geringeren Erträgen rechnen, da die durchschnittlichen Zinsen für leicht zugängliche Konten bei rund 3 % pro Jahr liegen. Laut Finanzexpertin Rachel Springall werden Zinssenkungen sich negativ auf Sparer auswirken, die auf Zinserträge angewiesen sind, und ihnen das Gefühl geben, übersehen zu werden.
Neben diesen wirtschaftlichen Faktoren werden auch politische Ereignisse – darunter der Haushaltsentwurf von Finanzministerin Rachel Reeves und Donald Trumps jüngster Wahlsieg – den Entscheidungsprozess der Bank beeinflussen. Das Office for Budget Responsibility hat darauf hingewiesen, dass neue Haushaltsmaßnahmen zu einer höheren Inflation und höheren Zinsen führen könnten als bisher erwartet.
Mit Blick auf die Zukunft spekulieren Analysten, dass die Inflation in den USA unter Trumps möglichen Maßnahmen steigen könnte, was die Möglichkeit der Federal Reserve, die Zinsen zu senken, einschränken würde. Solche globalen wirtschaftlichen Bedingungen werden zweifellos die zukünftigen Entscheidungen der Zentralbanken weltweit beeinflussen.
Für Privatpersonen, die bei schwankenden Zinssätzen Beratung zu Sparmöglichkeiten suchen, stehen Ressourcen auf staatlich geförderten Plattformen wie MoneyHelper zur Verfügung.