Apache zieht sich aufgrund des Drucks auf Sondersteuern aus dem Nordseegeschäft zurück

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  • 07 November 2024
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Ölkonzern Apache will bis 2029 seine Aktivitäten in der Nordsee beenden

In einer bedeutenden Wende in der britischen Energielandschaft kündigte die Apache Corporation Pläne an, bis Ende 2029 alle Aktivitäten in der Nordsee einzustellen. Das in Texas ansässige Ölunternehmen begründete diese Entscheidung mit der gestiegenen finanziellen Belastung durch die Sondersteuer auf Öl- und Gasgewinne, die die Produktion seiner Meinung nach unrentabel gemacht habe.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Windfall Tax

Die im Mai 2022 eingeführte Energy Profits Levy (EPL) zielt auf Gewinne aus der Öl- und Gasförderung in Großbritannien ab. Ursprünglich auf 25 % festgelegt und bis 2025 auslaufend, wurde die Abgabe unter der Führung der Konservativen zunächst auf 35 % erhöht und dann bis März 2029 verlängert. Vor kurzem erhöhte Labour die Abgabe weiter auf 38 %, wodurch der Gesamtsteuersatz für Unternehmen auf alarmierende 78 % anstieg.

Ein Apache-Vertreter merkte an, dass die kombinierte finanzielle Belastung durch EPL und erforderliche regulatorische Investitionen eine Fortsetzung der Kohlenwasserstoffproduktion über 2029 hinaus wirtschaftlich unhaltbar machen. Das Unternehmen wird seinen Fokus nun auf die Anlagensicherheit und die Vorbereitung einer verantwortungsvollen Stilllegung verlagern. Eine offizielle Reaktion der Regierung auf die Ankündigung von Apache steht noch aus. Branchenverbände wie Offshore Energies UK (OEUK) haben jedoch gewarnt, dass steigende Sondersteuern Investitionen in den Sektor behindern und dadurch Tausende von Arbeitsplätzen gefährden könnten.

Zukünftige Richtungen in der Energie

Trotz dieser Herausforderungen bleibt die britische Regierung hinsichtlich des Potenzials der Nordsee optimistisch. Das Ministerium für Energiesicherheit und Netto-Null hat sein Engagement für die Förderung eines robusten Energiesektors bekräftigt. Um diesen Übergang zu unterstützen, gründet Labour Great British Energy, ein staatliches Unternehmen mit Sitz in Aberdeen, das darauf abzielt, mit privaten Unternehmen bei Initiativen für saubere Energie zusammenzuarbeiten. Anfang des Jahres ging Sir Keir Starmer auf die Sorgen der Gewerkschaften hinsichtlich der Beschäftigungsaussichten in den traditionellen Energiesektoren ein. Er betonte, dass Öl und Gas zwar „in den kommenden Jahrzehnten“ ein wesentlicher Bestandteil des britischen Energieportfolios bleiben werden, es jedoch einen deutlichen Trend hin zu grünen Energielösungen gibt, die vielen Arbeitnehmern neue Beschäftigungsmöglichkeiten versprechen. Während sich die Branchendynamik weiterentwickelt und die Regierungspolitik sich ändert, werden die Beteiligten genau beobachten, wie diese Entwicklungen die Investitionsstrategien und die Beschäftigungslandschaft in den kommenden Jahren beeinflussen. Die Energiezukunft in Großbritannien scheint vor einem Wandel zu stehen, bei dem traditionelle Energiequellen mit zunehmender Betonung der Nachhaltigkeit in Einklang gebracht werden.

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