Identitätsfindung im ländlichen Wales: Die Reise eines jungen Menschen
Für viele junge Menschen kann der Umzug in eine neue Gegend eine entmutigende Erfahrung sein, vor allem wenn die Gegend überwiegend weiß und ländlich ist. Nyarai, eine 18-Jährige, die im Alter von 13 Jahren von London nach Llanelli zog, ist ein Beispiel für diese Herausforderung. Als sie in Carmarthenshire ankam, fühlte sie sich deutlich anders als ihre Klassenkameraden, in einer Gemeinschaft, in der Vielfalt selten ist.
Die Bedeutung der Verbindung
Nyarai engagierte sich bei Llwy Gariad, einer Jugendgruppe bei SpanArts in Pembrokeshire, deren Ziel es ist, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Identität auszudrücken. Diese Initiative bietet eine dringend benötigte Plattform für vielfältige Stimmen in ländlichen Gebieten, die in Diskussionen über Antirassismus oft übersehen werden.
Projektkoordinatorin Molara Anwen wies auf die falsche Vorstellung hin, dass Antirassismus-Bemühungen sich auf die Städte konzentrieren sollten. Sie betonte, dass ländliche Gemeinden erheblich von diesen Initiativen profitieren können, da ihnen oft der Kontakt mit kultureller Vielfalt fehlt.
Laut der Volkszählung von 2021 gaben nur 0,9 % der Einwohner von Pembrokeshire an, einer gemischten oder mehreren ethnischen Gruppe anzugehören, was die eingeschränkte Repräsentation innerhalb der Gemeinschaft verdeutlicht.
Nyarai erzählte von ihrem anfänglichen Gefühl, „exotisch“ zu sein, und bemerkte, dass Kommentare wie diese ihr in London fremd waren. Sie dachte über ihren Weg zur Selbstakzeptanz nach und erkannte, dass Anderssein positiv sein kann.
Gemeinschaft und Stimme finden
Neben Llwy Gariad nimmt Nyarai an We Move teil, einer von Jugendlichen geleiteten Gruppe, die schwarze Kinder und junge Erwachsene in Pembrokeshire zusammenbringt. Diese von Children in Need finanzierte Initiative bietet verschiedene Aktivitäten an, die die Verbindung zwischen den Teilnehmern fördern.
Molara wies darauf hin, dass viele junge Menschen in ländlichen Gebieten aufgrund mangelnder kultureller Kontakte mit ihrer Identität zu kämpfen haben. Die Finanzierung dieser Gruppen hat sich positiv ausgewirkt und ermöglicht es den Jugendlichen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Kraft zu schöpfen.
Indigo Young, eine weitere Teilnehmerin aus Whitland, betonte die Bedeutung dieser geschützten Räume für einen offenen Dialog über Rasse und Identität. Sie betonte den therapeutischen Wert des Erstellens von Filmen mit Gleichaltrigen, die ihre gemeinsamen Erfahrungen mit Rassismus widerspiegeln.
Als Teil ihrer musikalischen Reise werden sowohl Nyarai als auch Indigo am 15. November mit einem in ganz Großbritannien ausgestrahlten Chor bei der Spendennacht „Children in Need“ auf BBC One auftreten. Für Nyarai war das Singen an der Seite von Molara entscheidend, um ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstdarstellung zu stärken.
Blick in die Zukunft
Die Erfahrungen von Nyarai und ihren Mitmenschen unterstreichen, wie wichtig die Unterstützung der Gemeinschaft für junge Menschen ist, die trotz Widrigkeiten ihre Identität finden müssen. Da sich ländliche Gebiete weiter entwickeln, wird die Förderung integrativer Umgebungen von entscheidender Bedeutung sein, um unterschiedlichen Stimmen Gehör zu verschaffen und sicherzustellen, dass sich alle jungen Menschen gesehen und gehört fühlen.
Das anhaltende Engagement zur Sensibilisierung für Initiativen gegen Rassismus unterstreicht eine umfassendere Notwendigkeit: die Förderung von Verständnis und Respekt in allen Gemeinschaften, unabhängig von ihrer demografischen Zusammensetzung.