Ein historisches politisches Comeback
In einer überraschenden Wendung der Ereignisse sicherte sich Donald Trump 71.246.256 Stimmen, was 51,0 % der Gesamtstimmen entspricht, während Kamala Harris 66.172.439 Stimmen oder 47,4 % erhielt. Diese Wahl markiert eines der dramatischsten Comebacks in der US-amerikanischen Politikgeschichte und bringt Trump in die Lage, nur vier Jahre nach seinem umstrittenen Abgang das Weiße Haus zurückzuerobern.
Die Kampagnenlandschaft
Der jüngste Wahlkampf war geprägt von beispiellosen Herausforderungen und Dynamiken. Trumps Wahlkampf wurde durch zwei Attentatsversuche und eine sich verändernde politische Landschaft getrübt, die dazu führte, dass sein ursprünglicher Gegner, Präsident Joe Biden, nur wenige Monate vor dem Wahltag seine Kandidatur zurückzog. Trotz laufender Auszählungen hat sich Trump für viele Amerikaner in entscheidenden Swing States als Favorit herausgestellt. Die Wähler nannten Sorgen über die Wirtschaft und die Einwanderung als Schlüsselfaktoren, die ihre Entscheidungen beeinflussten.
Viele Wähler äußerten die Meinung, dass die Wirtschaft während Trumps letzter Amtszeit florierte, und waren frustriert über die steigenden Lebenshaltungskosten, die auf externe Belastungen wie die COVID-19-Pandemie zurückzuführen sind.
Auch die Einwanderungssorgen belasteten die Wähler stark, insbesondere als die illegale Einwanderung unter Bidens Regierung stark zunahm. Während einige Wähler Trumps extremere Rhetorik ablehnten, plädierten sie für eine stärkere Grenzsicherung, ohne fremdenfeindliche Gefühle zu äußern.
Trumps Wahlkampfslogan „America First“ (Amerika zuerst) fand großen Anklang, vor allem bei jenen, die angesichts der innenpolitischen Konflikte angesichts der Ausgaben für Entwicklungshilfe desillusioniert waren.
Eine gespaltene Nation steht bevor
Die Ironie dieser Wahl liegt darin, dass der Kandidat, der den Wandel verkörperte – Trump – selbst ein ehemaliger Präsident war. Anders als in seiner ersten Amtszeit 2016, als er sich auf erfahrene Berater verließ, scheint Trump heute weniger geneigt, sich an traditionelle politische Regeln zu halten.
Da er mit zahlreichen rechtlichen Herausforderungen aufgrund der Ereignisse rund um den 6. Januar und anderer Vorwürfe konfrontiert ist, könnte seine Rückkehr die politische Landschaft erheblich verändern. Rechtsexperten gehen davon aus, dass eine Strafverfolgung während einer möglichen zweiten Amtszeit aufgrund der Immunität des Präsidenten erschwert werden könnte.
Beobachter bemerken einen starken Kontrast zwischen Trumps Darstellung Amerikas als einer Nation im Niedergang und Harris’ Warnungen vor einer Bedrohung der Demokratie durch seine mögliche Präsidentschaft.
Während die Welt aufmerksam zusieht, bleiben Fragen darüber offen, was „America First“ unter Trumps neuer Führung bedeuten wird – insbesondere im Hinblick auf die internationalen Beziehungen und die Wirtschaftspolitik.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Trumps zweite Amtszeit sowohl Unsicherheit als auch Klarheit in eine bereits polarisierte Nation bringen wird. Während die Wähler mit ihrer Entscheidung ringen, bleibt abzuwarten, wie seine Regierung sowohl mit innenpolitischen Fragen als auch mit internationalen Beziehungen umgehen wird.
Der Nordamerika-Korrespondent Anthony Zurcher analysiert in seinem zweimal wöchentlich erscheinenden Newsletter US Election Unspun den Wahlkampf um das Weiße Haus. Leser in Großbritannien können sich hier anmelden. Leser außerhalb Großbritanniens können sich hier anmelden.