Abwasserkrise in Pembrokeshire: Ein Aufruf zur Verbesserung
Im Jahr 2023 hat die alarmierende Enthüllung, dass fast 56.000 Kubikmeter Abwasser in den westlichen Cleddau River eingeleitet wurden, bei Umweltschützern und Anwohnern ernsthafte Bedenken ausgelöst. Laut Daten des Cleddau-Projekts war die Pumpstation von Welsh Water in Picton von Juli 2022 bis Februar 2024 zu 80 % ausgelastet. Diese Ineffizienz führte dazu, dass täglich ein erschreckendes Äquivalent von 17 Tankwagenladungen unbehandelten Abwassers in ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet eingeleitet wurde.
Einblicke von lokalen Aktivisten
Aktivisten des Cleddau-Projekts wurden aktiv, nachdem sie ungewöhnliche Abflüsse aus einem Überlaufrohr auf den Spielfeldern von Picton bemerkt hatten. Bei der Überprüfung der Leistungsdaten stellten sie fest, dass die Pumpen eigentlich mit 120 Litern pro Sekunde arbeiten sollten, aber nur mit 95 oder 96 Litern pro Sekunde funktionierten.
Ric Cooper vom Cleddau-Projekt betonte, dass dieser Mangel bedeute, dass ungefähr 20 % des zur Behandlung vorgesehenen Abwassers direkt in den Fluss kämen. Er unterstrich den Ernst der Lage, indem er verdeutlichte, dass die Bevölkerung heftig reagieren würde, wenn sie Zeuge würde, wie ein Tanker seinen Inhalt in den Fluss entlädt.
Daten zeigten, dass das Überlaufrohr von Picton im Jahr 2023 133 Mal Abwasser abließ, was einer Gesamtverschmutzung von fast 647 Stunden entspricht. Tests zeigten gefährlich hohe Ammoniak- und E. coli-Werte, die die Standards für sicheres Baden überschritten.
Rechenschaftspflicht und künftige Maßnahmen
Die Situation führte zu wiederholten Berichten an Natural Resources Wales (NRW), das im Juni 2023, fast ein Jahr nach den ersten Bedenken, eine Untersuchung einleitete. Simon Walters, ein weiterer Aktivist, äußerte sich besorgt über die Auswirkungen auf die lokalen Fischpopulationen, darunter Lachse und Seebarsche. Er bemerkte die drastische Veränderung der Wasserqualität und erklärte, er würde seinen Hund nicht in Gebieten schwimmen lassen, in denen er als Kind einmal geschwommen sei.
Auch führende Politiker haben sich zu diesem dringenden Problem geäußert. Henry Tufnell, Abgeordneter für Mid and South Pembrokeshire, bezeichnete die Verschmutzung als „inakzeptabel“ und plädierte für mehr Mittel für NRW, wo derzeit nur 20 % der gemeldeten Verstöße untersucht werden.
Welsh Water hat sich öffentlich entschuldigt und seine Pläne für Verbesserungen zur Verbesserung des Betriebs in ganz Wales dargelegt. Das Unternehmen wird zwischen 2025 und 2030 4 Milliarden Pfund investieren, wobei 100 Millionen Pfund speziell für Verbesserungen in Pembrokeshire vorgesehen sind.
Während Aufsichtsbehörden wie Ofwat die Praktiken von Welsh Water untersuchen, liegt ein breiterer Kontext vor: Die Lösung systemischer Probleme im Abwassermanagement ist von entscheidender Bedeutung. Die jetzt ergriffenen Maßnahmen können den Weg für eine bessere Wasserqualität und einen besseren Umweltschutz in Wales ebnen.