Beunruhigende Enthüllungen aus der Lucy Letby-Untersuchung
Die laufende öffentliche Untersuchung zu Lucy Letby, einer Krankenschwester, die wegen Mordes an sieben Säuglingen und versuchter Tötung von sieben weiteren verurteilt wurde, hat erschreckende Details über ihr Verhalten vor ihrer Verhaftung ans Licht gebracht. Die Untersuchung, bekannt als Thirlwall-Untersuchung, untersucht die Ereignisse rund um Letbys Handlungen im Countess of Chester Hospital zwischen Juni 2015 und Juni 2016.
Gespräche, die Fragen aufwerfen
Während der Untersuchung enthüllte Hayley Griffiths, eine Gewerkschaftsvertreterin, die sich mit Letby angefreundet hatte, nachdem sie 2016 in die Verwaltung versetzt worden war, beunruhigende Wortwechsel zwischen den beiden. Diese Gespräche fanden ein Jahr statt, nachdem Letby aus der Neugeborenenstation entlassen worden war, weil man befürchtete, sie sei an ungeklärten Todesfällen von Säuglingen beteiligt gewesen.
Griffiths berichtete von einer WhatsApp-Konversation, in der sie erwähnte, dass sie eine Sendung mit dem Titel „How to Get Away with Murder“ gesehen habe, woraufhin Letby vorschlug, sie könne „Tipps“ geben, wie man bei solchen Verbrechen nicht entdeckt werde.
Dieser beunruhigende Dialog enthielt Bemerkungen darüber, dass man jemanden zum Üben brauche, und Vorschläge, welche Personen ins Visier genommen werden könnten, was Griffiths später als zutiefst unangemessen und unsensibel einräumte. Sie äußerte tiefe Reue über ihre Teilnahme an diesen Gesprächen.
Die herzzerreißende Verteidigung der Familie
Die Untersuchung untersuchte auch einen Brief von Letbys Eltern, John und Susan Letby, die ihre Tochter gegen die „abscheulichen Anschuldigungen“ verteidigten. Sie behaupteten, diese Anschuldigungen hätten ihre Familie zerstört und drückten ihre Ungläubigkeit darüber aus, dass ihre Tochter irgendjemandem, insbesondere schutzlosen Kleinkindern, etwas antun könnte.
In ihrem Brief brachten sie ihre Qual darüber zum Ausdruck, dass ihre Tochter als Mörderin abgestempelt wurde, und betonten ihre Widerstandskraft während dieser turbulenten Zeit. Sie fragten, warum sie scheinbar zum Sündenbock für systemische Versäumnisse im Krankenhaus gemacht wurde.
Die Letbys zeigten sich besorgt um Lucys emotionales Wohlbefinden und vermuteten, dass der persönliche Groll einiger medizinischer Mitarbeiter die Situation beeinflusst haben könnte.
Blick in die Zukunft
Die Untersuchung soll nicht nur die Umstände von Letbys abscheulichen Taten aufdecken, sondern auch mögliche Mängel in der Krankenhauspraxis und -aufsicht. Da Letby bereits 15 lebenslange Haftstrafen verbüßt hat, besteht weiterhin dringender Bedarf an Rechenschaftslegung und Reformen im Gesundheitswesen, um ähnliche Tragödien in Zukunft zu verhindern.
Die Enthüllungen dieser Untersuchung werfen nicht nur ein Schlaglicht auf individuelle Handlungen, sondern werfen auch allgemeinere Fragen zur institutionellen Verantwortung und Patientensicherheit auf. Je mehr Einzelheiten ans Licht kommen, desto mehr suchen die von diesen tragischen Ereignissen betroffenen Familien nach Antworten und Gerechtigkeit in einem Fall, der landesweite Aufmerksamkeit erregt hat.