Überschwemmungen in Spanien lösen Kontroverse über versäumte Reaktion der Regierung aus

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  • 05 November 2024
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Nach den verheerenden Überschwemmungen in Ostspanien kommt es zu gegenseitigen Beschuldigungen

Eine Woche nach den katastrophalen Überschwemmungen im Osten Spaniens sieht sich das Land einer Welle der Kritik gegenüber, was die Reaktion auf diese beispiellose Naturkatastrophe angeht, die mindestens 218 Menschenleben gefordert hat. Die anfängliche politische Einigkeit hat sich schnell in Streitigkeiten zwischen verschiedenen Institutionen über ihre Rolle bei der Bewältigung der Krise verwandelt.

Verspätete Antworten und Rechenschaftspflicht

Unmittelbar danach bedankte sich der Regionalchef von Valencia, Carlos Mazón, zunächst beim sozialistischen Premierminister Pedro Sánchez für die Hilfe seiner Regierung. Diese Geste fiel im normalerweise polarisierten politischen Klima Spaniens auf. Mazón muss sich nun jedoch mit Kritik wegen seiner verspäteten Reaktion auf eine Unwetterwarnung des spanischen nationalen Wetterdienstes vom 29. Oktober auseinandersetzen. Berichten zufolge wartete er etwa 12 Stunden, bevor er die Bewohner alarmierte, wodurch große Schäden entstehen konnten. Kritiker haben Mazóns Maßnahmen als unzureichend bezeichnet und seinen Rücktritt gefordert. Sie betonen seine umstrittene Entscheidung, die Valencia Emergency Unit nach seinem Amtsantritt im letzten Jahr aufzulösen. Zu seiner Verteidigung hat Mazón eine konfrontative Haltung eingenommen und die Schuld der hydrografischen Agentur CHJ für die schlechte Handhabung der Warnungen während der Überschwemmung zugeschrieben.

In einer kürzlichen Erklärung meinte Mazón, wenn der CHJ die hydrologischen Warnungen umgehend reaktiviert hätte, hätte seine Regierung unverzüglich Alarm ausgelöst. Das CHJ stellte klar, dass seine Rolle eher in der Bereitstellung von Daten als in der direkten Herausgabe von Warnungen liege.

Militärische Reaktion und politische Spannungen

Als die Situation eskalierte, wurden 15.000 Soldaten und Zivilgardisten in Valencia eingesetzt – doppelt so viele wie ursprünglich. Mazón betonte, dass Entscheidungen bezüglich militärischer Unterstützung außerhalb seiner Kontrolle lägen; Javier Marcos, Leiter der militärischen Notfalleinheit (UME), betonte jedoch, dass die Regionalregierungen gemäß den Protokollen um Unterstützung bitten müssten. Dieser Wortwechsel verschärfte die Spannungen zwischen Mazón und Verteidigungsministerin Margarita Robles während eines Krisentreffens, an dem König Felipe VI. teilnahm. Angesichts der zunehmenden Forderungen des Oppositionsführers Alberto Núñez Feijóo nach einem nationalen Ausnahmezustand – der möglicherweise die Krisenbewältigung zentralisieren würde – wurde die öffentliche Unzufriedenheit spürbar. In Paiporta, einer der am stärksten von Überschwemmungen betroffenen Städte, konfrontierten Einheimische Politiker während eines Besuchsversuchs von Sánchez und anderen Beamten mit Wut und Vorwürfen der Nachlässigkeit. Als die Spannungen eskalierten, wirkte Königin Letizia inmitten chaotischer Szenen sichtlich verzweifelt.

Ausblick: Wiederaufbaubemühungen inmitten politischer Unruhen

Als Reaktion auf die weitreichende Verwüstung schlug Mazón einen von der Zentralregierung finanzierten Wiederaufbauplan in Höhe von 31,4 Milliarden Euro vor. Gleichzeitig kündigte Sánchez ein erstes Hilfspaket im Wert von 10,6 Milliarden Euro für sofortige Hilfsmaßnahmen an.

„Die Spanier möchten, dass ihre Institutionen zusammenarbeiten und nicht im Konflikt stehen“, bemerkte Sánchez bei seiner Ankündigung. Während die Wiederaufbaubemühungen inmitten anhaltender politischer Unruhen verlaufen, stehen beide Staatschefs vor der Herausforderung, das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen und gleichzeitig ein effektives Katastrophenmanagement für die Zukunft sicherzustellen.

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